Links: Die aufgehobene Bushaltestelle darunter der Aushang. Das Ganze befindet sich hinter einem Bauzaun. Rechts: Ein leerer Infoständer der MVG an dem gleichen Bauzaun.

Zusätzliche Hürde

Chaos am Bahnhof: Verwirrung um aufgehobene Bushaltestelle

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München - Rund um den Hauptbahnhof steht kein Stein mehr auf dem anderen: Die Vorarbeiten für den Bau der zweiten Stammstrecke haben begonnen. Dazu muss unter anderem auch eine Bushaltestelle aufgehoben werden. Das sorgt für Verwirrung.

Seit Jahren wird über die zweite Stammstrecke diskutiert, währenddessen finden überall in der Stadt immer wieder vorbereitende Bauarbeiten statt.Aktuell am Hauptbahnhof. Dort verlegen die Deutsche Bahn und die Stadtwerke München verlegen eine Fernwärme- und Fernkälteleitung sowie einen Abwasserkanal. Der Grund: die Fernwärmeleitung liegt im späteren Baufeld für den geplanten Zugang zur unterirdischen Station der zweiten Stammstrecke am Hauptbahnhof. Deshalb muss die Fernwärmeleitung verlegt werden. Das bedingt wiederum die Verlegung der anderen Leitungen. Das klingt zunächst undramatisch, sorgt rund um den Bahnhof allerdings für ein mittleres Chaos. 

Derzeit wird vor allem am Bahnhofsvorplatz gearbeitet. Bis zum Februar 2017 soll alles fertig sein. Bis dahin wird schon auf halbem Weg die Bayerstraße entlang Richtung Seiten-Vorplatz deutlich: Hier passiert Großes. Nicht nur die Autofahrbahn wurde mit Hilfe von Absperrungen verengt, der Verkehr wird komplett über die Goethestraße umgeleitet. Fußgänger merken bereits hier: Es wird knifflig. Vor dem Haupteingang des Bahnhofs bietet sich ein fragwürdiger Anblick: Überall stehen rot-weiß-getreifte Bauzäune. Die Straßenführung erschließt sich nicht unbedingt auf den ersten Blick. Fußgänger und Autofahrer stehen ratlos mitten in der Kreuzung. Keiner weiß mehr wohin.

Chaos hoch zehn: Wo fährt die Buslinie 58?

Ein chaotischer Zustand für alle Verkehrsteilnehmer, der sich bis zum Abschluss der Arbeiten wohl kaum verhindern lässt. Doch die MVG setzt noch einen drauf. Da beim Haupteingang der gesamte Bereich unter dem Vordach bis zu den Trambahngleisen gesperrt ist, wurde die Haltestelle vom Bus der Linie 58 bis Februar 2017 aufgehoben. 

Fahrgäste, die die Pressemitteilung der MVG dazu nicht bekommen haben, und am Bahnhofsvorplatz verzweifelt nach einem Hinweis auf den Verbleib des Busses suchen: Es gibt offenbar keinen. An der aufgehobenen Haltestelle klebt zwar ein gelblicher Zettel, über die Distanz von mehreren Metern hinter dem Bauzaun ist der allerdings nicht zu erkennen. Auch in dem Baustellen-Infos-Ständer an den Trambahngleisen direkt vor der Absperrung, gibt es keinerlei Infos dazu. Als Fahrgast kann man sich da durchaus ein wenig veräppelt fühlen. Auf den ersten Blick der perfekte Schildbürgerstreich.

So erklärt die MVG den fehlenden Aushang

Auf Nachfrage erklärt Matthias Korte, Sprecher der MVG, wie es dazu kommen konnte. Unmittelbar nach der Wiesn habe der Fahrgastinformationsdienst damit begonnen an jeder Haltestelle des 58 Busses auf die Aufhebung hinzuweisen. Die Information wurde auf der Homepage veröffentlicht, auch in der App hätte man sich informieren können. Kurz: Die Aufhebung der Haltestelle wurde breit kommuniziert. „Wir sind unserer Verpflichtung nachgekommen“, findet MVG-Sprecher Korte. 

Wer diese Buslinie selten nutzt, an dem ist das natürlich trotzdem vorbei gegangen. Warum gibt es keine Aushänger vor Ort?

„Wenn die eigentliche Haltestelle nicht mehr erreichbar ist, wo soll man dann ein Schild anbringen? Rechts links oben unten? Schwierig allen Wünschen gerecht zu werden“, sagt Matthias Korte. 

Der Informationsständer an der Trambahnhaltestelle stünde noch wegen der abgeschlossenen Gleisarbeiten zwischen Stachus und Sendlinger Tor an Ort und Stelle. Ihn zu entfernen würde zusätzliche Kosten verursachen und sich nicht lohnen, so der MVG-Sprecher.

Dass sich uninformierte Fahrgäste zunächst wohl auf die Suche nach einem Baustellen-Informationsständer machen und dort auch Informationen vorfinden möchten, das sieht auch er ein. „Wenn der Wunsch da ist, einen Hinweis an diesem Ständer an den Trambahngleisen anzubringen, können wir das gerne noch machen“, verspricht Korte. 

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