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Das Eine-Welt-Haus an der Schwanthalerstraße.

Antisemitismus-Debatte

Eine-Welt-Haus bedauert - und weist Vorwürfe zurück

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Nachdem Dominik Krause (Grüne) und Marian Offman (CSU) den Beirat des Eine-Welt-Hauses verlassen haben, will die Einrichtung im Dialog mit beiden bleiben. Die Antisemitismus-Vorwürfe weist man aber zurück

München - In der Affäre um antisemitische Äußerungen im Eine-Welt-Haus hat die Einrichtung ihr Bedauern über die Austritte der Beiratsmitglieder Dominik Krause (Grüne) und Marian Offman (CSU) mitgeteilt. Dies geht aus einem Schreiben von Vorstand und Geschäftsführung hervor. Wie berichtet, hatten sich die Stadträte zurückgezogen, nachdem der Verein Salam Shalom, der das Eine-Welt-Haus nutzt, wiederholt durch antisemitische Äußerungen aufgefallen war.

Das Eine-Welt-Haus an der Schwanthalerstraße ist ein interkulturelles Begegnungszentrum. Es gilt als linksalternativ. 62 Gruppen nutzen die Räume. Das von der Stadt mit 372.000 Euro geförderte Haus verzeichnet etwa 90.000 Besucher pro Jahr.

Man hofft, mit beiden Seiten im Gespräch zu bleiben

In der Erklärung des Trägerkreises heißt es, das Eine-Welt-Haus verurteile jede Form von Antisemitismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aufs Schärfste. Um einen ausgewogenen Diskurs zum Nahost-Konflikt zu ermöglichen, sehe man die Notwendigkeit, auch die palästinensische Perspektive mit einzubeziehen. Salam Shalom habe sich auf der Mitgliederversammlung am 1. Juni ausdrücklich von antisemitischen Inhalten distanziert und und sich in aller Form entschuldigt. Die Vereinsmitglieder des Eine-Welt-Hauses stimmten daraufhin gegen einen Antrag auf Ausschluss von Salam Shalom. Bedauerlicherweise habe daraufhin auch die Gruppe Karawane München, die sich für die Rechte von Flüchtlingen und Migranten einsetzt, ihre Mitgliedschaft gekündigt. Das Eine-Welt-Haus hoffe, dass man sowohl mit der Gruppe Karawane als auch mit Krause und Offman weiterhin im Dialog bleibe.

Aufarbeitung dringend erforderlich

Dennoch seien sie empört über die Vorwürfe gegen das Eine-Welt-Haus, schreiben Vorstand und Geschäftsführung. Man engagiere sich seit 16 Jahren „mit großem Engagement für Flüchtlingshilfe, ökologischen Wandel und Nachhaltigkeit, Gleichberechtigung, Lateinamerika oder Nord-Süd-Arbeit“. Ungeachtet dessen nehme man die Kritik sehr ernst. „Die Mitglieder halten eine Aufarbeitung der Geschehnisse für dringend erforderlich.“ Ein großer Teil der im Eine-Welt-Haus engagierten Gruppen habe bereits die Mitgliederversammlung zum Anlass genommen, sich mit dem Thema Antisemitismus vertieft zu beschäftigen.

Grüne Jugend bleibt bei ihrer Kritik

Die Grüne Jugend München erneuerte unterdessen ihre Kritik. Antiisraelische Hetze und Antisemitismus hätten in städtischen Einrichtungen nichts verloren, sagte Vorstandsmitglied Ludwig Felder am Freitag. Seine Kollegin im Vorstand, Emma Richert, ergänzte: „Solange das Eine-Welt-Haus bestimmten Akteuren und Gruppen weiterhin eine Bühne für Antisemitismus bietet, ist für uns jede weitere Unterstützung des Vereins unmöglich.“ 

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