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Überwindbar: Spalt zwischen Bahn und Bahnsteig.

Lücke zwischen Steig und Zug

Frau stürzt in S-Bahn-Spalt, klagt - und erlebt dann ihr blaues Wunder

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Ein Fehltritt und das Unglück nahm seinen Lauf: Eine 64-Jährige ist mit ihrem Fuß in den S-Bahn-Spalt geraten und zog sich Quetschungen zu. Nun landete der Fall auf dem Tisch eines Richters. 

München - Ein Fehltritt mit Folgen: Eine 64-jährige Münchnerin ist am Rosenheimer Platz in den Spalt zwischen Zug und Bahnsteig geraten – auf Schadensersatz von der Bahn hat sie aber vergeblich gehofft. Das Amtsgericht urteilte jetzt: Die Frau ist selber schuld.

Die 1,50 Meter große Dame mit Schuhgröße 39 war beim Einsteigen mit Füßen und Beinen in den 14 Zentimeter breiten Spalt gerutscht. Glücklicherweise hatten andere Fahrgäste aufgepasst und die Münchnerin rechtzeitig vor Abfahrt der S-Bahn wieder herausgezogen. Trotzdem zog sich die Frau Quetschungen und Prellungen an Ober- und Unterschenkel sowie am Innenknöchel zu. Vier Wochen war sie arbeitsunfähig und forderte von der Bahn 3950 Euro Schmerzensgeld. Zudem mussten Hose und Mantel für 15,45 Euro gereinigt werden. Die Bahn hatte ihr einen Vergleich angeboten, doch die 64-Jährige ließ es auf einen Prozess ankommen.

Der Richter wies die Klage ab. Begründung: „Das Mitverschulden der Klägerin überwiegt derart, dass die Betriebsgefahr aufseiten der Beklagten demgegenüber gänzlich zurücktritt.“ Im Klartext: Die Frau hätte von der Existenz des Spalts wissen müssen, da sie angab, bereits seit 40 Jahren mit S- und U-Bahn in München unterwegs zu sein. Zudem habe kein Fremdeinwirken zu dem Unfall geführt. Zudem meinte der Richter, „dass der Spalt mit 14 Zentimetern nicht besonders breit ist und bereits bei Beachtung geringer Sorgfaltsanforderungen mühelos überwunden werden kann“.

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