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So soll die Fraunhoferstraße umgebaut werden

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Von: Marc Kniepkamp

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Wunsch und Wirklichkeit: Breiter Radweg statt gefährliches Kurven um Autos & Co.: Das fordern die Stadt Grünen für die Fraunhoferstraße.
Wunsch und Wirklichkeit: Breiter Radweg statt gefährliches Kurven um Autos & Co.: Das fordern die Stadt Grünen für die Fraunhoferstraße. © Gruene/Schlaf

Bisher müssen sich Radler auf der Frauenhoferstraße zwischen parkenden Autos und Tram durchschlagen. München hat nun einen Grundsatzbeschluss im Stadtrat vorgestellt. Und es gibt viel Kritik.

München - Die Fraunhoferstraße ohne Parkplätze, dafür mit extra breiten Radwegen, auf denen auch das Überholen möglich ist? So würden es die Grünen gerne sehen, die mit den Bemühungen der Stadt zur Förderung des Radverkehrs unzufrieden sind. Sie fordern konkrete Ziele statt diffuse Absichtserklärungen und Prüfaufträge.

Radlhauptstadt München

Der selbsterklärten Radlhauptstadt München stünden solche Radlwege sicher gut zu Gesicht. Derzeit schlängeln sich Radler zwischen parkenden Autos und Tramschienen durch die Fraunhoferstraße – und bremsen so gemeinsam mit ausparkenden Autos auch den öffentlichen Nahverkehr aus. „Ein solcher Radweg in der Fraunhoferstraße wäre also nicht nur Radförderung, sondern auch ÖPNV- und Fußgängerförderung“, findet Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher.

Die dadurch wegfallenden Parkplätze? Verzichtbar, finden die Grünen. Wer den Radverkehr fördern wolle, müsse Prioritäten setzen. „Stattdessen ist die Prämisse des Grundsatzbeschlusses: Bloß niemandem auf die Füße treten“, ärgert sich Grünen-Fraktionschefin Gülseren Demirel. Sie spricht von einem „Dokument der Mutlosigkeit“.

Tatsächlich findet sich im Bericht wenig Konkretes. Zwar bescheinigt Grünen-Stadtrat Herbert Danner dem Papier eine „messerscharfe Analyse“ der aktuellen Situation. Aber: „Der Fehler ist, dass aus dieser Analyse überhaupt keine Konsequenzen gezogen werden.“

Auch vielen Bezirksausschüssen waren die Ziele zu unambitioniert. Der BA Maxvorstadt konstatiert: „Es fehlt ein klarer Plan und eine Gesamtstrategie, welches Ziel man im Radverkehr bis wann erreichen will.“ Auch der BA Schwabing-West fordert einen „Realisierungsplan“ und größere Planungstransparenz. „Die kritischen Stimmen aus den Bezirksausschüssen sind eine schallende Ohrfeige für OB Dieter Reiter“, findet Danner.

Das fordern die Grünen

Die Grünen setzen der Stadtratsvorlage jetzt konkrete Änderungsanträge entgegen. Sie fordern bis 2025: fünf neue Schnellwege, zehn zweieinhalb Meter breite Radwege an Hauptverkehrsachsen, 50 große Lückenschlüsse im Radnetz (wie im Beispiel in der Fraunhoferstraße), den Bau oder die Ertüchtigung von 25 Brücken, Stegen und Unterführungen sowie 20 000 Stellplätze in Fahrradparkhäusern. 

Schon lange sucht der Stadtrat nach dem richtigen Weg für den Radverkehr in München. 2016 war an jedem siebten Verkehrsunfall ein Radler beteiligt. Besondere Unfallschwerpunkte ließen sich in München aber nicht erkennen – bis jetzt. Eine große Umfrage der Polizei zeigt die Brennpunkte: Hier ist Radeln in München lebensgefährlich.

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