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Rund um den Hauptbahnhof soll ab Montag der „kommunale Außendienst“ für Sicherheit sorgen

Viele Bewerber abgelehnt

Ab Montag im Einsatz: Das sind die neuen Sheriffs vom Hauptbahnhof

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Lang ersehnt von Geschäftsleuten und Anwohnern, wird Münchens Brennpunkt Nummer eins ab der kommenden Woche ein Stück sicherer. Die Wächter fungieren als Bindeglied zur Polizei.

München - Sie tragen marineblaue Uniformen, sie stehen für Recht und Ordnung – und auch wenn sie keine Pistolen tragen, wirken sie wie Sheriffs: Am Montag startet der neue kommunale Außendienst (KAD) der Stadt. Einsatzgebiet ist das Bahnhofsviertel. „Lang ersehnt von Geschäftsleuten und Anwohnern“, sagt Thomas Böhle, Chef des Kreisverwaltungsreferats (KVR). Der KAD fungiert als Bindeglied zur Polizei. 25 Streifenkräfte hat die Stadt dafür aktuell zur Verfügung – plus sechs Mitarbeiter im Innendienst. Noch heuer soll die Personalstärke auf 68 Mitarbeiter steigen, ingesamt 92 Stellen hat der Stadtrat genehmigt. 

Die Einstellungskriterien sind streng, viele der bisher 320 Bewerber fielen durchs Raster. Böhle sagt: „München bekommt keine neuen Schwarzen Sheriffs!“ Man habe sich bei den Personalgesprächen genau angeschaut, „wie die Leute auf Menschen zugehen“. Die Streifenkräfte sollen freundlich, hilfsbereit, und deeskalierend sein. „Der KAD will die Balance zwischen dem Aufrechterhalten von Ordnung und großstädtischer Liberalität wahren“, so Böhle.

Der Hauptbahnhof war auch als Alkoholiker-Treff verschrieen. Gegenmaßnahmen: ein Alkoholverbot.

Dienstzeit ist zunächst in zwei Schichten von 10 bis 18.30 und 13 bis 21.30 Uhr. Eine Nachtschicht bis 6.30 Uhr soll laut Günter Huber, Chef des Kommunalen Außendienstes, noch heuer kommen. Der KAD ist tagsüber in Zweier-Streifen und nachts „aus Eigenschutz“ – wie es Huber formulierte – in Vierer-Streifen unterwegs. Die bisherigen Mitarbeiter sind zwischen 20 und 50 Jahre alt und verdienen zwischen 3000 und 4000 Euro brutto. Der Stadtrat hatte vor einem Jahr beschlossen, den Außendienst einzuführen, nachdem sich Beschwerden von Geschäftsleuten, Gastronomen und Hoteliers über die Zustände rund um den Hauptbahnhof häuften. Drogen, Gewalt, Prostitution und aufdringliche Bettler machen den Anliegern bis heute zu schaffen. Nun hofft man auf einen besseren Schutz vor Beeinträchtigungen und Belästigungen. Allein aufgrund der Präsenz des KAD, der auch mit den ­sozialen Einrichtungen im Viertel und Streetworkern vernetzt ist.

KAD-Chef Günter Huber (l.) und KVR-Boss Thomas Böhle.

Die (noch) einzige Frau kommt aus dem Libanon

Rima S. (36) ist bisher die einzige Frau beim kommunalen Außendienst. Zwei weitere werden bald hinzukommen, doch insgesamt haben sich fast nur Männer beworben. Die gebürtige Libanesin war Einzelhandelskauffrau und freut sich auf ihren neuen Job. „Als ich davon gehört habe, hab’ ich mir gleich gedacht: Das wär was für mich.“ Für die Stadt könne man Positives bewirken. „Und es ist eine Aufgabe, die auf menschlicher Ebene funktioniert.“ München sei so eine schöne Stadt. „Wir wollen einen Beitrag leisten, dass es noch besser wird.“ Ausbildung und Training seien gut und wichtig gewesen.

Nach Alkoholverbot und Co.: So sicher ist der Hauptbahnhof inzwischen

Ex-Polizist von Griechenland zurück nach München

Georgios Z. (28) war acht Jahre lang bei der griechischen Polizei in Athen. Nun ist der gebürtige Münchner in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Der Arbeit wegen - und weil er ein bisschen Heimweh hatte. Von Montag an wird er für den neuen kommunalen Außendienst der Stadt auf Streife gehen. Der 28-Jährige sagt: „Eine tolle Aufgabe. Es ist schön, dass wir für die Bürger da sein und das Erscheinungsbild der Stadt verbessern können.“ Die Ausbildung, erklärt Georgios Z., sei herausfordernd gewesen. „Rollenspiele und Deeskalationstraining.“ Da habe er auch als Polizist noch viel dazulernen können. Er sei herzlich und nett während der Ausbildung aufgenommen worden. Die Stellenausschreibung hat er auf einem -Bewerbungsportal im Internet gesehen. Er sei auch deshalb zurückgekehrt, weil er in Griechenland keine große berufliche Zukunft gesehen habe. 

Ihre Zone auf einen Blick

Die rot gestrichelte Linie umfasst den Bereich, in dem die neuen Sheriffs Streife gehen werden.

Ihr Gebiet: Die Streifen werden rund um den Bahnhof vom Alten Botanischen Garten bis zur Landwehrstraße im Einsatz sein. Das Gebiet umfasst die Paul-Heyse-Unterführung, den Bahnhofsplatz, den Karlsplatz und das südliche Bahnhofsviertel. Schrittweise ist eine Ausweitung bis zum Nußbaumpark und Sendlinger-Tor-Platz geplant. Ihre Aufgaben: Die Sheriffs sind Ansprechpartner für die Bürger, können bei Ordnungswidrigkeiten einschreiten, Bußgelder verhängen und Platzverweise aussprechen. Ihre Ausrüstung: Zur Schutz-ausrüstung gehören hieb- und stichfeste Westen, Handschuhe mit Stich- und Schnittschutz und CS-Gas-Spray. Über Mobilfunk können sie Kontakt mit der Polizei aufnehmen und Unterstützung anfordern. Böhle: „Verbrechensbekämpfung ist Sache der Polizei. Uns geht es um Prävention.“ Daher sei er auch dagegen gewesen, den KAD mit Waffen auszustatten. Die Polizei sehe das genauso. Die CSU im Stadtrat wollte Schusswaffen für den KAD, was die anderen Parteien jedoch rigoros ablehnten.

Erst kürzlich war ein Mann mit seiner Freundin am Hauptbahnhof in München unterwegs. Während sie Zigaretten holte, geriet er in einen Streit - und anschließend in Lebensgefahr.

Klaus Vick

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