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Anstelle des Starnberger Flügelbahnhofs soll dieser markante Turm entstehen.

Diskussion um Neubau

Neuer Hauptbahnhof: Schrumpft der Turm?

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München - Darf es a bisserl weniger sein? Am Dienstag wurde in der Stadtgestaltungskommission leidenschaftlich über das Hochhaus diskutiert, das gemeinsam mit dem Neubau des Hauptbahnhofes entstehen soll.

Die Stadtgestaltungskommission ist ein Beratergremium, in dem Architekten und Stadträte sitzen, das sich mit Bauprojekten befasst, die besonders große Auswirkungen aufs Stadtbild haben.

Das Münchner Architekturbüro Auer+Weber hatte schon 2007 einen Wettbewerb gewonnen für den Neubau des Verkehrsbauwerkes. Der futuristische Entwurf war von Anfang an nicht unumstritten, es gab Stimmen wie die des Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler, die den im Krieg zerstörten Bau rekonstruieren wollten. Das bayerische Denkmalnetz schlug eine behutsame Erweiterung des bestehenden Bauwerks vor.

Doch der Stadtrat hat sich längst für den Entwurf von Auer+Weber entschlossen. Im vorigen Jahr kam noch ein 75 Meter hohes Hochhaus an der Stelle des Starnberger Flügelbahnhofes hinzu. Die Bahn will damit mehr Flächen gewinne, die sie vermieten kann. Durch die Umplanungen für die 2. Stammstrecke waren wertvolle Vermietungsflächen im Hauptbau nicht mehr verfügbar.

Das Hochhaus war dem obersten Denkmalpfleger Mathias Pfeil zu hoch. Er sorgte sich um die „historische Silhouette der Altstadt“ und warnte vor einem „Paradigmenwechsel“. Sprich: Andere Investoren würden nun auch Hochhäuser in der City bauen wollen. Auch der Münchner Stadtheimatpfleger Gert Goergens sah „keine Notwendigkeit für Großformen“ nur einen Kilometer von der Frauenkirche entfernt. Andere Architekten der Kommission Matthias Sauerbruch befürworteten den Turm. Er markiere den Hauptbahnhof als zentrale Bauwerk der Stadt, das jeder nutze.

Architekt Moritz Auer bekam mit auf den Weg, den Turm jetzt noch mal weiter auszugestalten. Gut möglich, dass er jetzt a bisserl kleiner wird.

J. Welte

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