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Der Neurieder Steffen K. (36) ist sauer auf’s Hippodrom.

Dieser Gast ist richtig sauer

Hippodrom: Reservierungs-Zoff auf dem Frühlingsfest

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München - Steffen K. (36) wollte wie jedes Jahr für 16 Personen im Hippodrom auf dem Frühlingsfest Plätze reservieren. Doch diesmal erlebte er eine unangenehme Überraschung.

Erst war er sich nicht sicher, ob er sich verschaut hatte: Dann fand es Steffen K. (36) nur noch „heftig“. Wie jedes Jahr wollte der Neurieder für 16 Personen im Hippodrom auf dem Frühlingsfest (Start 15. April) reservieren. Doch die Mindestabnahme bei den Gutscheinen liegt heuer am Abend unter der Woche und an Samstagen und Sonntagen pro Person bei 50 Euro – letztes Jahr waren es noch 35 Euro.

„Eine solche Mindestabnahme gibt’s in den meisten Zelten ja nicht mal auf der Wiesn“, so der Lagerist. Besonders geärgert hat er sich über eines: „Es gab kein Bedauern, nichts vom Hippodrom, als ich geschrieben habe, dass ich unter diesen Umständen nicht mehr komme.“

Tina Krätz (li.) und Johanna Barsy betreiben das Hippodrom auf dem Frühlingsfest (r.).

Sepp Krätz’ Frau Tina, die das Hippodrom zusammen mit Krätz’ Schwester Johanna Barsy betreibt, bestätigt die Erhöhung bei den Gutscheinen gegenüber der tz. Gäste könnten die Gutscheine, anders als früher, jedoch während der gesamten Dauer des Frühlingsfestes aufbrauchen. Zudem weist sie auf eine Alternative zu den Gutscheinen hin, die es auch die letzten Jahre schon gegeben hat: Ein Menü ab 32 Euro. Doch das ist keine Alternative für Steffen K. „Da ist kein Getränk dabei – also bin ich doch automatisch wieder bei über 50 Euro.“ Jeder Wirt könne die Reservierungskonditionen selbst bestimmen, sagt Yvonne Heckl vom Münchner Schaustellerverein, der das Frühlingsfest veranstaltet. „Wir würden einschreiten, wenn die Erhöhung den Rahmen sprengen würde.“

Heckl verweist auf die Regelung der Stadt zur Wiesn, an der sich der Verein orientiert. Nach ihr darf in den Zelten in den Mittelschiffen maximal ein Mindestverzehr im Wert von zwei Mass Bier und einem halben Hendl (etwa 32 Euro) verlangt werden. Im Bereich der Boxen, Galerien und Seitenschiffe kann es zusätzlich Pflicht sein, einen Wertgutschein über zehn Euro pro Person zu kaufen. Das Weinzelt und die Käfer Wiesn-Schänke dürfen bis zu 80 Euro Mindestverzehr verlangen.

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Wem die Mindestabnahme im Hippodrom auf dem Frühlingsfest zu teuer ist, dem empfiehlt Heckl, ohne Reservierung zu kommen. „Wer rechtzeitig da ist, bekommt auch am Wochenende noch einen Platz. Und kann auch nur eine Limo trinken.“

Ins Hippodrom zu gehen, ist für Steffen K. und seine Freunde keine Option mehr. Sie wollen jetzt ins andere große Zelt, in die Festhalle Bayernland. Dort werden Reservierungen für den Boxenbereich und Tischeweise vergeben, sagt Geschäftsführerin Petra Schöniger. Bei zehn Personen an einem Tisch muss jeder heruntergerechnet zwei Bier und eine Hendl-Marke abnehmen. Das kostet insgesamt 28,30 Euro – deutlich weniger als im Hippodrom. Auch diese Marken können während des ganzen Frühlingsfestes aufgebraucht werden. Eine Erhöhung ist nicht geplant, so die Chefin. „Wir wollen es in diesem Rahmen lassen.“

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