Die süßen Welpen wurden von der Polizei gerettet. 

Hunde-Schicksale

Hundeschicksale: Welpen-Schmuggel und ein tot gebissener Terrier 

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Eine grauenhafte Hundebeißerei sorgte am Samstag für Tumulte und Tränen in der Rumfordstraße. In Riem indes konnten Welpen gerettet werden. 

München - Eine grauenhafte Hundebeißerei sorgte am Samstag für Tumulte und Tränen in der Rumfordstraße. Für einen kleinen, schon etwas betagten, weißen Terrier kam jede Hilfe zu spät. Denn der Angreifer war ein großer Mastiff-Mischling. Diese Rasse gehört in Bayern zu den Kampfhunden der Kategorie 2. 

Zwei junge Frauen saßen mit dem Mastif draußen vor der Thompson Bar. Um 19 Uhr näherte sich ein älteres Ehepaar mit dem Sohn, der den kleinen Familienhund an der Leine führte. Als die Familie die Bar passierte, schoss der große Hund ohne Vorwarnung zwischen den Tischen heraus – und verbiss sich sofort im Nacken des Terriers. Anwohner Daniel R. kam genau in diesem Moment mit seinem eigenen Hund um die Ecke: „Der große Hund hatte mehrere Tische umgerissen. Die Schreie der Frau, die mit ansehen musste, wie ihr Hündchen wie ein Hase hin und her geschüttelt wurde, waren so entsetzlich. Sie hat uns allen so leid getan.“ 

Gäste der Bar und des Lokals Lago die Garda in der Baaderstraße sprangen auf, um zu helfen. „Aber dieser Hund reagierte weder auf Anbrüllen noch auf Schläge. Er hatte sich völlig in den Terrier verbissen.“ Ein Mann schlug den Kampfhund schließlich mit Wucht auf den Kopf. Da ließ er endlich los. Zu spät für den Terrier. Er schnappte noch ein paar Sekunden nach Luft, dann setzte die Atmung aus. Es war vorbei. Die Polizei konnte nur noch die Formalitäten regeln. Die zuständige Ordnungsbehörde in Augsburg wird informiert. 

Die Thompson Bar.

Hunde-Elend

So süß und gleichzeitig so herzzerreißend! Wir sehen drei Hundewelpen mit großen, treuen Augen. Maximal zehn Wochen alt. Allein, ohne Mama, sitzen sie im Tierheim in Riem und sehen einem ungewissen Schicksal entgegen. Opfer der Welpenmafia, gehandelt wie Blechspielzeug! 

Polizisten hatten die gewissenlosen Geschäftemacher am Samstag vor einer Woche auf dem Flohmarkt in Riem auf frischer Tat ertappt. Sie wollten drei französische Bulldoggen-Welpen zu je 1200 Euro verkaufen. Gut, dass eine Streife der Polizei in aller Früh ihre Runden über den Flohmarkt dreht. Und gut, dass ein Besucher die Beamten auf den geplanten Welpenhandel aufmerksam macht. 

Die Hunde-Babys sind elendiglich eingesperrt in einem Käfig im Kofferraum – und sie sind in keinem guten Zustand. Neben dem Auto stehen die Übeltäter: zwei Männer aus Ungarn um die 50, die die Kleinen zum Verkauf anbieten. Aber Schluss damit! Die Händler haben zwar Impfpässe für die Hunde dabei – die sind aber gefälscht. Welpen wie diese, die meist aus dem Ausland nach Deutschland gebracht und verkauft werden, sind oft zu jung, um von der Mutter getrennt zu werden. Außerdem nicht oder nur unzureichend geimpft. Vor dem Verkauf werden die Hunde „aufpoliert“: „Mit Spritzen wirken sie quietschfidel, bis nach zwei bis drei Tagen die Wirkung nachlässt und sie zusammenbrechen“, erklärt Sandra Giltner, Leiterin des Tierheims. So wär’s wohl auch in diesem Fall gekommen – wenn nicht die Polizei eingegriffen und die Hunde ins Tierheim gebracht hätte. Außerdem wurde das Auto der Händler beschlagnahmt. 

Die süßen Welpen wurden von der Polizei gerettet. 

Es gibt aber auch Tiergeschichten, die einfach nur schön sind, wie die von Balou, der eine Woche lang verschwunden war. Liebevoll kuschelt sich Stefanie Karch an ihren Balou. „Aber jetzt habe ich ihn doch wiedergefunden. Ich bin so erleichtert“, erzählt die 30-Jährige – und fügt an: „Ich möchte mich auch dafür ganz herzlich bei allen Münchnern bedanken, die mir geholfen haben.“ 

Balou war aus einer Tierpension ausgebüxt und irrte ziellos in der Nähe von Trudering herum. Da die Familie Karch den Vierbeiner von einer Straße in Rumänien rettete, ist er sehr scheu und Menschen gegenüber nicht sonderlich aufgeschlossen. „Es war also klar, dass ich ihn selbst finden muss“, erklärt Frauchen Stefanie. Als wir über den verlorenen Hund berichteten, meldeten sich viele Münchner mit wertvollen Tipps, wo sie Balou gesehen hatten. Vor ein paar Tagen war es dann soweit: Stefanie übernachtete in der Nähe eines Feldes, wo Balou gesichtet worden war. „Und dann kam er plötzlich zu mir. Es war wunderbar. Danke nochmal an alle Helfer.“

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