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Gestand den Mord an seiner Schwester: der 37-jährige Robert B.

Prozess dauert an

In Münchner Wohnung erdrosselt: Mann gesteht Mord an Schwester

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München - Aus Wut auf ihr Luxus-Leben soll ein 37-Jähriger seine Schwester in München erdrosselt haben. Robert B. räumte die Tat nun vor Gericht ein.  

Liebe und Hass liegen nah beieinander. Robert B. (38) konnte nicht ohne seine Schwester – aber sie habe ihn jahrelang gedemütigt. Bis er es nicht mehr ausgehalten hat: Deshalb, gestand er vor dem Landgericht, hat er Elvira S. († 38) umgebracht.

„Ich habe eine Kordel genommen und sie gewürgt“, erklärte Verteidigerin Birgit Schwerdt in seinem Namen. Am 2. Februar 2016 wollte der Ungar seiner Schwester beim Umzug helfen. In der Thalkirchner Straße wurde am nächsten Tag ihre Leiche gefunden – mit starken Würgemalen am Hals. „Ich bedaure zutiefst und übernehme die volle Verantwortung für ihren Tod“, sagte Robert B. Heimtücke und niedrige Beweggründe sah Staatsanwalt Laurent Lafleur als Tatmotive an und hatte B. wegen Mordes angeklagt. Ihm droht nun lebenslange Haft!

Seit der Kindheit gab es Probleme zwischen Robert B. und seiner Schwester. „Sie beherrschte mich und ich ließ es zu.“ Für ihn sei Elvira S. wie ein Mutter-Ersatz gewesen, als die Eltern sich trennten. Gemeinsam kamen beide ins Heim. „Sie gab mir Halt, aber war sehr dominant und hat mich oft geschlagen.“ Bis zuletzt habe sich diese Schikane fortgesetzt. „Ich habe sie gehasst und auch geliebt. Vor allem aber hatte ich Angst vor ihr“, sagt Robert B. Er war auch finanziell von seiner reichen Schwester abhängig. Während er in ärmlichen Verhältnissen lebte, hatte sie ein Millionen-Vermögen von ihrem verstorbenen Mann geerbt. Laut Anklage zahlte Elvira S. monatlich 900 Euro an Robert B. Doppelt so viel, wie seine Frau verdiente. Weil er nie einen Beruf gelernt hat, arbeitete er auf dem Bau.

Mehrfach habe B. den Kontakt abbrechen wollen, aber es nie geschafft – zu stark war die Bindung unter den Geschwistern. So kam es, dass er zusagte, Elvira S. beim Umzug zu helfen. In der Müllerstraße hatte die Witwe ein Luxus-Apartment gekauft, die Kartons sollte ihr Bruder packen. Dabei kam es zum tödlichen Drama!

„Sie hatte Wutausbrüche, beschimpfte und trat mich“, so Robert B. „Ich kam mir vor wie ein Nichtsnutz.“ Laut Anklage schlug er seine Schwester nieder, legte ihr die Kordel um den Hals. „In diesem Moment platzte seine jahrelange Wut heraus“, sagte Verteidigerin Schwerdt. Nach der Tat floh Robert B. nach Ungarn. Dort nahmen ihn internationale Fahnder fest. In der Haft sei sein Entschluss gereift, ein Geständnis abzulegen. „Ich kann mit dieser Schuld nicht leben.“

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