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Münchens Klinikviertel im Überblick: Etliche Einrichtungen verlassen die Ludwigs- und Isarvorstadt.

Das sind die Pläne 

Klinikviertel in München: So geht es dort weiter

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Die Pläne für die innerstädtischen Klinikflächen der Universität stehen fest. Staatssekretär Georg Eisenreich und Stadtrat Hans Theiss (beide CSU) haben vorgestellt, wie die neue Nutzung an der Schiller- und der Maistraße aussehen wird. Die Areale bleiben der Öffentlichkeit erhalten.

München - Willkommen an der Schillerstraße, Geologen. Auf dem Gelände der Hausnummern 42 bis 46 sollen künftig die Geowissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) zusammen mit den geowissenschaftlich ausgerichteten Staatssammlungen untergebracht werden. Der von der LMU vorgelegte Antrag für einen Neubau ist genehmigt. Die Oberste Baubehörde wurde gebeten, für das beantragte Bauvorhaben den Planungsauftrag zu erteilen. Die Kosten für das Projekt werden auf rund 140 Millionen Euro beziffert.

Klinik-Flächen in der Stadt sollen erhalten bleiben

Der Bau ist Teil des Gesamtkonzeptes zur Neuordnung der innerstädtischen Klinikflächen der Universität. Eine Übersicht dazu haben Wissenschaftsstaatssekretär Georg Eisenreich und Stadtrat sowie Landtagskandidat Hans Theiss gestern Abend vorgestellt. Eisenreich sprach von einem „zukunftsweisenden Gesamtkonzept“. Die Flächen in der Ludwigsvorstadt wurden durch den Umzug der vorklinischen Fächer Biochemie und Physiologie in das neue Biomedizinische Centrum (BMC) am Campus Großhadern frei. „Uns war und ist wichtig, dass die Innenstadt ein Klinik- und Wissenschaftsstandort bleibt.

Für den Neubau rechne man mit einem Einzugstermin im Jahr 2025. Ein Architekturwettbewerb ist ausgeschrieben, die abschließende Sitzung des Preisgerichts ist für Mitte Juli 2018 avisiert.

Was passiert mit der Frauenklinik in der Maistraße 11

Ebenfalls für wissenschaftliche Nutzung ist das denkmalgeschützte Gebäude an der Maistraße 11 vorgesehen. Dort ist seit über 100 Jahren die Frauenklinik untergebracht. Sobald das Haus saniert ist, wird die Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik der LMU einziehen. Die bisher auf vier verschiedene Standorte verstreuten Einrichtungen werden in einer Art College-Atmosphäre zusammengeführt. Dieser Verbund wäre einmalig in der Republik.

Auf diese Weise bleibt das Gebäudeensemble der Öffentlichkeit erhalten. Der große Jugendstil-Hörsaal und der Bibliotheksraum können in ihrer bisherigen Funktion weiter genutzt werden. Gleiches gilt für Kirche und Innenhof. „Ich freue mich sehr, wenn der universitäre Charakter des Viertels erhalten bleibt“, sagte Hans Theiss. „Und ich hoffe sehr, dass bei den weiteren Prozessen die Bürger beteiligt werden.“

Für die Frauenklinik wird derweil in Großhadern eine noch engere Verzahnung von Geburtshilfe, Neonatologie und weiterer Disziplinen der Kinderheilkunde möglich. Zudem soll in der neuen Portalklinik ein Bereich der Geburtsmedizin Räumlichkeiten beziehen. Der Bau hatte im Mai begonnen und soll 98 Millionen Euro kosten. Neben 200 Betten sind vier Kreißsäle geplant.

Das Konzept zur Neuordnung der Hochschulmedizin in München stammt bereits aus dem Jahr 2006. Es sieht die Verlagerung großer Bereiche der Inneren Medizin, Kinderklinik (Hauner), Frauenklinik (Maistraße) und Chirurgie des Klinikums der Universität München an den Standort Großhadern vor.

Was bleibt in der Innenstadt?

In der Innenstadt verbleiben neben Teilen der Vorklinik (Anatomie, Lesehalle) und Klinisch-Theoretischen Instituten (zum Beispiel Walther Straub Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Rechtsmedizin) insbesondere die Klinischen Bereiche Zahnheilkunde, Augenheilkunde, Dermatologie und Psychiatrie.

Das neue OP-Zentrum in Großhadern ist seit 2014 in Betrieb und nimmt auch die operativen Fächer aus der Innenstadt sukzessive auf. Als nächstes Projekt wird in Großhadern der Neubau der Kinderklinik („neues Hauner“) realisiert, in dem die pädiatrischen Disziplinen aus der Innenstadt ein neues Gebäude erhalten und zu einem modernen Zentrum weiterentwickelt werden.

Umbau der Nußbaumstraße 5 

Bereits im Juli hatte der Landtag zudem grünes Licht für den Umbau des denkmalgeschützten so genannten Mutterhauses der Barmherzigen Schwestern St. Vinzenz von Paul an der Nußbaumstraße 5 erteilt. Die Baukosten betragen 19,5 Millionen Euro. Dort sollen künftig psychiatrische Tageskliniken sowie Verwaltungsstellen untergebracht werden. Die ehemalige Kirche des Ordenshauses wird zu einem Mehrzweck- und Veranstaltungsraum umgebaut.

Nach Fertigstellung der Portalklinik steht zudem die sukzessive Sanierung des Altbestands im Ziemssenblock an. Dort sollen tagesklinische Bereiche (Dialyse, Diabetesschulung oder Chemotherapie), Büro- und Besprechungsräume sowie Forschungs- und Lehrflächen untergebracht werden. Die Klinikkirche (St. Maximilian) soll erhalten bleiben. Ferner bereitet die LMU derzeit Bauanträge für die Sanierung der Augenklinik an der Mathildenstraße und die Psychiatrie an der Nußbaumstraße vor.

Drei weitere Bauprojekte in München

München wird sich verändern. Drei neue große Bauprojekte stehen an, die das Gesicht der Stadt wandeln wird. Wir stellen die Gebäude in den drei Gegenden vor.

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Von Sascha Karowski

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