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Hier flog ihn die Krähe an: Soziologe Philipp Catterfeld (49) auf dem Radlweg an der Wittelsbacherstraße.

Zack, hack!

Wie im Hitchcock-Film „Die Vögel“: Krähe hackt auf Radler ein

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Er wollte eigentlich nur radeln. Doch dann wurde Philipp Catterfeld von einer wütenden Krähe attackiert. Der Fall erinnert an Szenen aus Alfred Hitchcocks Horrorfilm „Die Vögel“. 

München - Philipp Catterfeld (49) ist am Dienstagmittag schon wieder mit dem Radl unterwegs. Die Stelle am Fahrradweg an der Isar an der Wittelsbacherstraße aber meidet der Münchner seit vergangenem Mittwoch. „Da bin ich von einer Krähe angegriffen worden, mitten auf der Radlautobahn, auf Höhe der Klenzestraße“, berichtet der Soziologe. „Gehitchcocked“ habe er sich gefühlt, wie im Film „Die Vögel“. Die Krähe habe ihn von hinten angeflogen und am Kopf getroffen – zack, hack!

Zunächst habe er gedacht, dass ihn ein Bekannter mit einem Klaps auf sich aufmerksam machen wolle. Doch dann sei ihm bewusst geworden, dass es ein Vogel war. An der Ampel am Baldeplatz bemerkte er, dass der Radfahrer hinter ihm wild mit den Armen herumfuchtelte. „Ich habe ihn gefragt, ob er auch von der Krähe attackiert wurde“, sagt Catterfeld. Der Mann sagte, dass er sogar drei Mal angegriffen worden sei. Ernsthaft verletzt hat der Vogel Catterfeld nicht. „Gott sei Dank habe ich nur zwei Kratzer abbekommen.“ Zur Sicherheit habe er sich gegen Tetanus impfen lassen, die Auffrischung stand ohnehin an. Inzwischen hat der Münchner recherchiert – und herausgefunden, warum Krähenattacken im Frühsommer nicht ungewöhnlich sind.

Krähen wollen Menschen von Jungvögeln fernhalten

Krähenexperte Matthias Luy vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) spricht von „Scheinattacken“ der Vögel, einem ganz natürlichen Verhalten. Ihr Ziel sei es, Passanten von ihren Jungvögeln fernzuhalten. Diese seien zum Teil noch nicht ganz flugfähig – sie purzeln aus dem Nest und sitzen dann am Boden. „Die Elternkrähen fliegen den Menschen von hinten an und streifen ihn mit den Krallen oder Flügeln“, sagt Luy. 

In Grünanlagen daheim: Krähen gibt es in München überall, wie hier im Westpark.

Bei den Attacken handele es sich um seltene Einzelfälle. Von einer ernsthaften Verletzung durch eine Krähenattacke - wie zum Beispiel in Mannheim - habe er noch nie gehört. Zur Abwehr genüge es meist, die Arme zu schwenken.

Krähen fallen nicht in Schwärmen über „Opfer“ her

Dass die Attacke gerade jetzt passierte, ist für Luy logisch. Etwa Ende Mai bis Anfang Juni würden die Krähenküken flügge. „Der Zeitraum, in dem sie das Fliegen lernen und solche Angriffe vorkommen können, beschränkt sich aber auf etwa drei bis vier Tage“, erklärt der Vogelexperte. Und: Im Unterschied zu Hitchcocks „Vögeln“ fallen reale Krähen keineswegs in Schwärmen über ihre „Opfer“ her. Nebel- und Rabenkrähen brüten überall im Münchner Stadtgebiet in hohen Bäumen, sie vertreiben aber andere Krähen aus ihrem Revier.

Panik wolle er nicht schüren, sagt Philipp Catterfeld. Nur warnen, damit andere Menschen „nicht vor Schreck vom Fahrrad fallen“, wenn sie in den kommenden Tagen angeflogen werden.

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