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Et voilà, eine Blume aus Eis: Mit einem Spachtel zaubert Marcel Ruhland im Bahnhofsviertel hübsche Blütenblätter in die Waffeln.

Lecker und kühl

Seine Eisblumen bringen uns zum Schmelzen

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In München gibt es noch einige Eismacher, die ihren Kunden mit kreativen Ideen den Sommer versüßen. Wir stellen zwei von ihnen vor.

München - Die amerikanische Touristin ist verzückt, als Marcel Ruhland ihr das Eis in die Hand drückt. „Oh mein Gott, das ist ja eine Blume! Vielen, vielen Dank!“ Der Verkäufer nickt freundlich und bedient die nächste Kundin. Solche Reaktionen erlebt Ruhland in seiner Eisdiele Amorino nahe dem Hauptbahnhof (Schützenstraße 7) beinahe täglich, denn: Statt schnöder Kugeln formt der Münchner aus der Eiscreme hübsche Blumen. „Die Touris machen davon viele Fotos“, sagt er und lacht.

Dabei sei das mit ein wenig Übung nicht schwer. Mit dem Spachtel platziert Ruhland die verschiedenen Sorten um die Waffel herum, sodass das Eis eine Rosenblüte bildet. Rund eine Minute braucht der Verkäufer für ein kleines Kunstwerk – das seinen Preis hat: 3,50 Euro kostet eine kleine Eisblume in der Waffel, 4,50 Euro die große. Doch dafür sehen die Blumen nicht nur gut aus, sondern schmecken auch. Das Eis wird aus rein natürlichen Zutaten hergestellt, wie Ruhland betont. Die Eisblumen sind aber nicht seine eigene Erfindung. Der Eistrend kommt ursprünglich aus Sydney und breitet sich allmählich in Europa aus.

Einen Sommer lang nur schlecken

Bei Ruhlands Kollegen Stefano Santini ist die heimliche Attraktion im Laden eine Tafel mit Namen. Aus ihr geht hervor: Eine gewisse Cosima wird diesen Sommer vermutlich noch mindestens 44 Kugeln Eis schlecken – denn dafür reicht das Guthaben, das sie im Eiscafé Trampolin (Nordendstraße 62) hat. Bei Santini können Vielschlecker im Voraus bezahlen, ihre Namen kommen dann auf die Tafel. „Das war nicht mal unsere Idee“, erzählt der Eismacher. Als er sich am Anfang schwer tat, in Schwabing Fuß zu fassen, hätten Nachbarn angeboten, ihr Eis für die kommenden Monate vorab zu bezahlen. Irgendwann wurde es ein Selbstläufer. „Die Listenplätze sind mittlerweile heiß begehrt“, sagt Santini und lacht.

Wer jetzt aber denkt, er könne sich kurzerhand als Cosima, Harald oder Pipilotta (steht so auf der Liste!) ausgeben, der irrt. Mitarbeiterin Tai kennt die Stammkunden persönlich.

Bei Stefano Santini in Schwabing können Vielschlecker im Voraus bezahlen und ihr Kugel-Kontingent den ganzen Sommer über aufbrauchen – auf einer Tafel stehen die Namen.

Langeweile kommt bei Stefano Santini – dessen italienischer Großvater schon Eismacher war – keine auf: Der 52-Jährige war einer der ersten in München, die ungewöhnliche Sorten kreierten. Derzeit im Angebot: Rosenblüten-Sorbet mit Prosecco und Einhorn-Eis mit Schokoglitzer.

Das sind die aktuellen Trends in deutschen Eisdielen.

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