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Ein Meridian war im Münchner Schienennetz auf Irrfahrt unterwegs.

Lokführer hilflos

Zahlendreher: Meridian auf Irrfahrt in München

München - Der Lokführer dürfte sich verwundert die Augen gerieben haben: Auf einmal fährt sein Meridian-Zug nicht wie immer zum Münchner Hauptbahnhof, sondern biegt kurz davor ab. Und das nur wegen eines Zahlendrehers.

Eigentlich ist der Meridian mit der Nummer "79008" täglich in der Früh zwischen Salzburg und Münchner Hauptbahnhof unterwegs. Nur am Dienstag, da lief alles ein bisschen anders. Der Zug kam noch fahrplanmäßig am Münchner Ostbahnhof an und startete um 7.40 Uhr Richtung Hauptbahnhof. So weit, so gut. Doch kurz darauf rieben sich einige Fahrgäste verwundert die Augen und auch der Lokführer dürfte nicht schlecht gestaunt haben: Der Zug bog plötzlich ab, wo er geradeaus fahren sollte, und rollte in Richtung Laim weiter. Ganz offensichtlich hatte da jemand im Stellwerk die Weichen falsch gestellt.

Eine Störung vielleicht? Nein, der Grund ist ganz banal und schon fast zum Schmunzeln. Ausnahmsweise zickte nicht die Technik. "Es war quasi ein menschlicher Fehler", erklärt ein Sprecher der Deutschen Bahn, die für das Schienennetz zuständig ist, gegenüber merkur-online.de.Ein Fahrdienstleiter hatte zwei Zugnummern verwechselt. Zur gleichen Zeit wie der Meridian war nämlich auch ein  leerer Auto-Transport-Zug mit der sehr ähnlichen Nummer "78009" unterwegs, der über Laim geleitet werden sollte. Aus Versehen hat der DB-Mitarbeiter aber eben den Meridian "79008" auf die Reise aus München rausgeschickt. Und das wegen eines Zahlendrehers.

Abgesehen von dem kurzen Überraschungsmoment bei Lokführer und Fahrgästen hatte die Irrfahrt des Meridian allerdings keine schlimmeren Konsequenzen. Der Fahrdienstleiter bemerkte die Panne rechtzeitig und leitete den Autozug korrekt weiter. Der Meridian aus Salzburg inklusive vieler Münchner Pendler kam schließlich auch an seinem eigentlichen Zielort an: dem Hauptbahnhof. Und, wer hätte das gedacht: Er hatte gerade mal zehn Minuten Verspätung. Die Fahrgäste dürften Schlimmeres gewohnt sein.

Kathrin Garbe

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