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Seit Dienstag vor Gericht: Angel R. (39).

Prozess wegen Bluttat in der Thalkirchner Straße

Messermord: Erstach er die Schwester seiner Ex-Freundin?

München - Seit Dienstag steht Angel R. vor Gericht. Er soll im September 2015 die Schwester seiner Ex-Freundin mit einem Messer tödlich verletzt haben. War es ein Racheakt?

Sie wollte nur ihrer Schwester helfen – doch diesen Einsatz musste Diana K. mit ihrem Leben bezahlen. Am 13. September 2015 wurde sie in der Thalkirchner Straße brutal niedergestochen. Täter soll der Ex-Freund ihrer Schwester sein: Angel R. (39). Er steht seit Dienstag vor Gericht – wegen Mordes wird ihm der Prozess gemacht.

In der Thalkirchner Straße geschah die Tat, bei der Diana K. ums Leben kam.

„Mit ihrem Tod habe ich nichts zu tun“, versuchte er sich von Anfang an herauszureden. Aber alle Fakten sprechen gegen Angel R.: Laut Anklage konnte er die Trennung von seiner Frau Snezhana nicht verkraften. Im April 2014 trennte sich das Paar, danach sah Angel R. seine Frau und die beiden Kinder (drei und fünf Jahre alt) nur noch selten. Per Gericht hatte seine Ex-Frau sogar ein Kontaktverbot gegen ihn erwirkt – aus Angst, dass er ihr etwas antut, was er angeblich öfter angedroht hatte. Zuflucht fand sie im Frauenhaus – und Unterstützung bei ihrer Schwester Diana. Sie half Snezhana bei der Betreuung der Kinder und brachte sie ihr am 13. September an ihrem Arbeitsplatz in der Thalkirchner Straße vorbei, wo Snezhana in einer Pizzeria angestellt war. Dort soll es um 19 Uhr zu dem heimtückischen Angriff gekommen sein.

Laut Anklage hatte Angel R. seinem späteren Opfer dort seit Stunden aufgelauert – und dann mitten auf der Straße eiskalt zugestochen. Mit einer 22 Zentimeter langen Klinge, die er in seiner Jacke versteckt hielt. Sie traf Diana K. seitlich in die Brust und verletzte die Lunge und ihr Herz. In der Klinik kämpften Notärzte später um ihr Leben. Aber vergeblich: Diana K. verblutete innerlich und erlag ihren schweren Verletzungen.

„Es sollte immer alles so aussehen, als sei ich der Böse“

Nur ein hämisches Lächeln hat Angel R. dafür übrig. Laut Staatsanwaltschaft wollte er sich an Diana K. rächen – denn ihr gab er die Schuld für die Trennung von seiner Frau. „Ich erkannte sie kaum noch wieder, der Kontakt war sehr schwierig. Es sollte immer alles so aussehen, als sei ich der Böse“, sagt Angel R. Er sieht sich selbst als Opfer einer Verschwörung und will mit dem Mord nichts zu tun haben – obwohl Zeugen die Tat in der Thalkirchner Straße beobachtet hatten.

Ein Freund von Diana K. hatte sich Angel R. laut Anklage noch in den Weg gestellt, als dieser ein zweites Mal mit dem Messer ausgeholt hatte. „Ich werde dich ausweiden“, soll R. ihn angebrüllt haben – danach ergriff er die Flucht. Zwei Tage später konnte die Polizei ihn aber festnehmen.

Angeklagter verhält sich wie ein gekränktes Kind

Vor Gericht verhält sich der mutmaßliche Mörder wie ein gekränktes Kind. Als Richter Michael Höhne Angel R. im Prozess unterbricht, fängt er an zu weinen, weil er nicht ausreden darf. „Ich warte seit mehr als einem Jahr auf meine Aussage“, beschwert er sich in Tränen erstickt. Doch zur angeklagten Tat erzählt er wirres Zeug. „Meine Frau antwortete nicht auf meine Nachrichten, nur deshalb ging ich zur Pizzeria“, behauptet er. Was nicht erklärt, warum er dafür ein Messer dabei hatte – und sein Kontaktverbot umging.

Ob Angel R. ein Mörder ist, muss das Gericht bewerten. Ein Egozentriker ist er allemal – mehrfach musste Richter Höhne ihn laut ermahnen. Worauf R. wieder weinte. Am Mittwoch geht der Prozess weiter.

Andreas Thieme

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