Die U9 soll eine durchgehende Verbindung zwischen Martinsried und Münchner Freiheit schaffen.

Entlastungsspange für Münchner Fahrgäste

Am Hauptbahnhof wird Platz für die U9 gemacht

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Ein weiterer Grundstein für die U9 ist gelegt. Der Stadtrat hat zugestimmt, am Hauptbahnhof eine Vorhaltemaßnahme durchzuführen.

Die Deutsche Bahn soll im Rahmen des Baus der Zweiten Stammstrecke Zugänge und einen Betontrog errichten, in dem später der Bahnhof für die Entlastungsspange entstehen könnte. Zudem soll die Bahn eine Machbarkeitsstudie für 2000 bis 3000 Radabstellplätze durchführen.

Für die Planung der Vorhaltemaßnahme allein sind bereits 26 Millionen Euro geflossen, nun sollen noch mal 15 Millionen Euro hinzukommen. Der Bau des Bahnhofes schlägt zudem mit mindestens 250 Millionen Euro zu Buche. Diese Prognosen sorgten im Stadtrat für Skepsis, schließlich ist unklar, wie die U9 in Gänze finanziert werden soll.

Skepsis im Münchner Stadtrat 

„Wir setzen Geld ein für irgendwas, von dem wir nicht wissen, ob es so kommt“, sagte etwa Johann Altmann (Bayernpartei). Brigitte Wolf (Linke) stieß ins gleiche Horn, zudem stünde nicht fest, in welcher Höhe Fördermittel fließen werden. „Wir greifen nur auf eine völlig grobe Kostenschätzung zurück.“ Die Baukosten für die U9 werden mittlerweile auf zwischen 3 und 3,5 Milliarden Euro taxiert. Die 10,5 Kilometer lange Trasse wird von der Impler-/Poccistraße über den Hauptbahnhof zur Münchner Freiheit verlaufen. Sieben neue Bahnhöfe sollen entstehen. Die Bauzeit soll zehn Jahre betragen, die Fertigstellung ist nicht vor Ende der 2030er-Jahre geplant.

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CSU und SPD verstanden die Aufregung nicht. Würde die Stadt der Maßnahme jetzt nicht zustimmen, ist nach dem Bau der Zweiten Stammstrecke die Errichtung einer U9-Haltestelle am Hauptbahnhof nicht mehr möglich. SPD-Stadtrat Jens Röver: „Und die U9 ist von entscheidender Bedeutung.“ Johann Sauerer (CSU): „Ich höre hier von Bauchschmerzen und einem unguten Gefühl – aber heute ist ein guter Tag für den ÖPNV, denn ohne die U9 sind die anderen U-Bahn-Maßnahmen nicht durchführbar.“ Die Alternative zur Entlastungsspange sei der Zusammenbruch des Nahverkehrs.

Wie berichtet soll mit der U9 das Fahrgastaufkommen an den Umsteigebahnhöfen reduziert werden. Die Stadt kalkuliert mit einem Minus von 20,4 Prozent am Odeonsplatz und einem Minus von 29,9 Prozent am Sendlinger Tor. Am Hauptbahnhof soll das Fahrgastaufkommen zwar um 11,8 Prozent anwachsen, allerdings reduziert sich die Zahl der Umstiege zwischen U4/U5 und U1/U2 um 18,1 Prozent.

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