An der Paul-Heyse-Straße entsteht ein über 60.000 Quadratmeter großes Luxus-Bauwerk. Die Bausubstanz des jetzigen Gebäude bleibt zu 2/3 bestehen. Hier Eindrücke der im Mai gestarteten Bauarbeiten und des bisherigen Gebäudes.
+
An der Paul-Heyse-Straße entsteht ein über 60.000 Quadratmeter großes Luxus-Bauwerk. Die Bausubstanz des jetzigen Gebäude bleibt zu 2/3 bestehen. Hier Eindrücke der im Mai gestarteten Bauarbeiten und des bisherigen Gebäudes.

Von außen sieht man sie nicht

Die geheime Mega-Baustelle am Hauptbahnhof

  • Nadja Hoffmann
    vonNadja Hoffmann
    schließen

Von außen betrachtet scheint alles beim Alten an der Ecke Paul-Heyse- und Bayerstraße. Doch hinter hohen Mauern haben die Bauarbeiten für eines der ehrgeizigsten Projekte in der Stadt begonnen.

  • Von außen betrachtet scheint alles beim Alten an der Ecke Paul-Heyse- und Bayerstraße.
  • Die Bauarbeiten für eines der ehrgeizigsten Projekte in der Stadt – dem Elementum – haben begonnen.
  • Bis man davon etwas sieht, dauert es noch.

München - Diese Aufgabe ist gigantisch: Anders als mit Superlativen lässt sich schwer beschreiben, was derzeit mitten in der Innenstadt, gegenüber dem Hauptbahnhof*, passiert. Dort gilt es, einen ganzen Häuserblock umzukrempeln. Aus dem alten, tristen Postbank-Areal soll das schillernde Elementum entstehen. Dazu muss in einem ersten Schritt der gesamte, verschachtelte Gebäudekomplex entkernt werden. Flure über Flure, Büroraum an Büroraum – und das ganze fünf Stockwerke hoch. „Wir haben45 000 Quadratmeter Fläche vor uns“, sagt Bauleiter Christoph Rohr vom Ingenieurbüro CL Map.

Und das ist nicht die einzige unfassbare Zahl, die er nennt. Denn der Materialberg, den die Mitarbeiter aus den erst 30 Jahre alten Häusern schaffen werden, umfasst 33 000 Tonnen. Wandverkleidungen, Kabel, Lampen, Heizkörper, Türen, Technik, Bauschutt: Würden man das alles einen Meter hoch stapeln, wäre nach der Entkernung eine Fläche von 20 000 Quadratmetern bedeckt. Die Arbeiten haben vergangene Woche begonnen, bis zum Ende des Jahres soll das gröbste geschafft sein. „Dann beginnen die ersten Abbruch-Arbeiten.“ Aktuell werkeln 40 Beschäftigte auf der Baustelle, in den nächsten Wochen erhöht sich die Zahl auf 100. Die Männer schaffen erst einmal Platz für die größeren Abrissmaschinen und dann zwei Kräne. Die Abfuhr des ganzen Materials erfolgt über die Mittererstraße, zentral läuft alles im hinteren Gebäudebereich und den Innenhöfen nahe der Schwanthalerstraße zusammen. Von dort arbeiten sich die Bautrupps in Richtung Bayerstraße vor, um die ehrgeizigen Pläne der Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron (Elbphilharmonie, Allianz Arena) umzusetzen. 

Zwei Räumungsklagen gegen Mieter liegen vor

Bis man im Bahnhofsbereich davon etwas sieht, wird es noch dauern. Was auch daran liegt, dass derzeit, wie Projektsprecher Professor Stephan Heller erklärt, zwei Räumungsklagen gegen Mieter vorliegen. Bei einem dritten Mieter wird gemeinsam ein neuer Standort gesucht. Dieser Teil des Postbank-Gebäudes an der Bayer- und Paul-Heyse-Straße bleibt also vorerst noch in Betrieb, er wird von der Baustelle abgezwackt und mit einer neuen Übergangstechnik versehen. „Das ist natürlich umständlich“, sagt Bauleiter Rohr. Aber eben auch nur ein Fakt bei diesem Mega-Projekt der Bank Credit Suisse, mit dem man umgehen muss.

So wird das Gebäude aussehen.

Bis in fünf Jahren das 60 000 Quadratmeter große Elementum mit seinem schicken Büros für 3500 Mitarbeiter und Geschäften und grünen, öffentlichen fertiggestellt ist, wird noch so manche Hürde zu nehmen sein. Auch, weil das Vorgehen speziell ist. Zwei Drittel der Bausubstanz bleibt erhalten, möglichst viel vom Innen-Material soll weiterverwendet werden können. „Einfacher wäre es, das ganze Areal abzureißen und einen Neubau draufzusetzen“, erklärt Rohr. Klar ist aber: Durchschnittlich ist beim Elementum kein Ansatz, dieses Projekt ist genauso wie seine Baustelle schon jetzt ganz besonders. (Nadja Hoffmann) - *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. Erfahren Sie hier alles zum Hauptbahnhof München: Rezensionen, Umbau, Gleise.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

München als erste deutsche Großstadt Corona-Hotspot: Welche Maßnahmen bereits gelten - und welche drohen
München als erste deutsche Großstadt Corona-Hotspot: Welche Maßnahmen bereits gelten - und welche drohen
WirthausWiesn im Corona-Hotspot München: In diesen Gaststätten schlagen Prominente das erste Fass an
WirthausWiesn im Corona-Hotspot München: In diesen Gaststätten schlagen Prominente das erste Fass an
Corona-Aus am Marienplatz: Traditionslokal im Herzen der Stadt muss schließen - Auch Wiesn-Zelt betroffen
Corona-Aus am Marienplatz: Traditionslokal im Herzen der Stadt muss schließen - Auch Wiesn-Zelt betroffen
München jetzt Corona-Hotspot: Kritische Grenze überschritten - Reiter droht mit konkreten Maßnahmen
München jetzt Corona-Hotspot: Kritische Grenze überschritten - Reiter droht mit konkreten Maßnahmen

Kommentare