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Die Schalterhalle des Münchner Hauptbahnhofs wird abgerissen. Deshalb ist sie ab Mai gesperrt.

Alle Geschäfte bereits geschlossen

Münchner Hauptbahnhof bald eine riesige Baustelle - das erwartet die Fahrgäste

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Am Münchner Hauptbahnhof könnte es bald eng werden: Da an der Haupthalle des Bahnhofs Bauarbeiten durchgeführt werden, sind ab Mai nur noch der Nord- und Südzugang betretbar.

München - Die Bahn will in diesem Jahr 1,6 Milliarden Euro in Bayern verbauen. Schwerpunkte sind die Modernisierung der S-Bahn und der Bau der 2. Stammstrecke. Ein Überblick über die wichtigsten Projekte.

Bauarbeiten der Deutschen Bahn am Hauptbahnhof München

Jeder Fahrgast, der derzeit durch die Schalterhalle geht, ahnt es schon: Hier wird es in Kürze Bauarbeiten geben. Alle Geschäfte sind geschlossen, die Wände verschalt, die Rolltreppen zum Zwischengeschoss außer Betrieb. Anfang Mai wird die Schalterhalle durch den Einzug einer Wand komplett gesperrt. Für die täglich 400 000 Reisenden des Bahnhofs wird es dann beschwerlich: Denn der Hauptbahnhof kann danach nur noch durch den Nord- und Südzugang betreten werden.

Den Grund der Sperrung erklärt der Bahn-Verantwortliche für die 2. Stammstrecke, Markus Kretschmer: Die Schalterhalle wird im Herbst abgerissen. Statt der Schalterhalle sollen sogenannte Schlitzwände für eine über 40 Meter tiefe Baugrube im Boden versenkt werden. Danach wird der Tunnelbahnhof („Nukleus“) für die 2. Stammstrecke entstehen.

Die Folge für die Fahrgäste: Wer zum Beispiel mit dem Zug ankommt und zur U1/U2 will, muss einen Umweg nehmen. Alles werde genau ausgeschildert, versichert Kretschmer. Die Baugrube selbst erhalte einen Deckel. „Wir denken auch an eine Fußgängerbrücke über der Baugrube.“ Dann wären die Wege auch während der Jahre dauernden Bauarbeiten kürzer.

Deutsche Bahn: Bau der 2. Stammstrecke

Ende 2026 – so nach wie vor der offizielle Plan – soll die 2. Stammstrecke fertig sein. „Wir sind im Plan“, versichert Projektleiter Kretschmer, fügt dann jedoch ein dickes Aber an: Denn das Vorhaben der Stadt München, eine Innenstadt-U-Bahn (U9) in Nord-Süd-Richtung zu bauen, würde den Stammstreckenbau „um ein bis zwei Jahre“ verzögern. Einen (sehr wahrscheinlichen) Stadtrats-Beschluss mit Finanzierungsplan vorausgesetzt, müsste Kretschmers Team dann auch den 300 Millionen Euro teuren U9-Bahnhof in Rohbauweise mit einbauen. Die Entscheidung des Stadtrats wird in den nächsten Monaten erwartet.

Eine Folge wäre auch, dass sich die Baugrube am Hauptbahnhof noch einmal vergrößern würde – auch die Läden im vorderen Bereich der Schalterhalle sowie die sogenannte Fressmeile müssten dann weg. Die Bahn, so Kretschmer, feile schon an einem Plan für einen „Interims-Bahnhof“. Die Geschäfte würden dann wohl in Containern unterkommen.

Deutsche Bahn: Stammstrecken-Sperren

Auch in diesem Jahr wird die bisherige, erste Stammstrecke routinemäßig für Arbeiten an Gleis und Weichen gesperrt. Diesmal sind es sechs Wochenenden: 10./13. Mai, alle vier August-Wochenenden sowie 18./21. Oktober. In dieser Zeit wird auch der Arnulfsteg weitergebaut (wird 2020 fertig). Außerdem erhalten die S-Bahnhöfe am Hauptbahnhof, Marienplatz und Rosenheimer Platz ein neues Design (Beleuchtung, Wände, Wegeleittechnik) – dafür wird außerdem tageweise an diesen Bahnhöfen ein Gleis gesperrt.

Die Bauarbeiten der Deutschen Bahn außerhalb Münchens

Die Bahn baut natürlich auch außerhalb Münchens. Auch wenn das für Reisende Einschränkungen bedeutet, so sollten sie doch bei all dem Ärger daran denken, „dass Bauen nicht das Problem, sondern Teil der Lösung ist“, wie Bayerns Bahn-Chef Klaus-Dieter Josel sagte.

So wird die Elektrifizierung der Strecke Geltendorf–Lindau abschnittsweise fortgesetzt. Auf der Strecke München–Salzburg werden zwischen Großkarolinenfeld und Rosenheim von 8. bis 10. Juni sowie zwischen Teisendorf und Freilassing zwischen 6. und 14. Juni Gleise, Weichen und Brücken erneuert. Die Strecken sind dann gesperrt, Fahrgäste müssen auf Busse ausweichen. In Nordbayern investiert die Bahn Geld in den viergleisigen Ausbau des Abschnitts Forchheim–Breitengüßbach. 

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