Mit Nachtzug aus Wien

In 48 Kilo schwerem Koffer: Mann transportiert Munition mit dem Zug

Einen kuriosen Fund machten Polizeibeamte, als sie das Gepäck eines 46-Jährigen Inders am Münchner Hauptbahnhof kontrollierten. In einem 48 Kilo schweren Koffer führte der Mann über 8000 Patronen mit sich. 

München - Beamte der Polizeiinspektion 16 kontrollierten am vergangenen Donnerstag am Münchner Hauptbahnhof einen 46-jährigen Inder. Der Mann war den Polizisten wegen seines augenscheinlich äußerst schwer wirkenden Handgepäckkoffer aufgefallen. 

Der Mann, der gegen 7.50 Uhr am Gleis 22 des Bahnhofs ankam, war mit dem Nightjet 462 aus Wien gekommen und nach ersten eigenen Angaben unterwegs nach Paris.

Munition war für indische Filmproduktion vorgesehen

In der Wache der Polizeiinspektion wurden bei der Durchsuchung des 48,5 Kg schweren Koffers verschiedene Packungen mit Munition entdeckt. Es handelte sich um 167 Pakete Knallpatronen und drei Pakete Tierabwehrpatronen.

Eine der Schachteln mit Munition, die die Polizei sicherstellte.

Ermittlungen ergaben, dass der Inder im Auftrag eines Österreichers die Munition nach Paris bringen sollte. Der Weitertransport sollte dann per Flugzeug nach Indien erfolgen. Die Munition war dort für eine Filmproduktion vorgesehen.

Patronen sind „Gefahrengut“

Der Inder handelte der Beförderungsrichtlinie der Deutschen Bahn AG, Nr. 7.2.1, zuwider. Danach darf in einem Personenzug kein Gefahrgut befördert werden. Die Bundespolizei übernahm die Sachbearbeitung und stellte die Munition sicher.

Da der ermittelte 37-jährige Eigentümer aus Österreich die Munition nicht wie vereinbart abholte, wurden die 8.650 Patronen mittlerweile von Spezialkräften der Bundespolizei übernommen. Sie werden nun verwahrt.

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Gegen den 46-Jährigen wird nun ermittelt

Gegen den Inder, der für den Transportauftrag lediglich 150 Euro erhalten hatte, wird nun wegen Verdachts des Verstoßes gegen die Verordnung über die innerstaatliche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, mit Eisenbahnen und auf Binnengewässern (GGVSEB) ermittelt.

Für die nicht ordnungsgemäße Verpackung, die Nichtanbringung erforderlicher Gefahrgutzettel sowie der UN-Nummer und wegen der fehlenden Stoffbezeichnung wird voraussichtlich ein Bußgeld in Höhe von 2.300 Euro fällig.

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mm/tz

Rubriklistenbild: © Bundespolizei München

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