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Alles muss weg - fast alles: Das Herzstück des Hauptbahnhofs (gelb markiert) wird ab Mai abgerissen, um Platz für die Bauarbeiten der zweiten Stammstrecke zu schaffen.

Nächster Halt: Baustelle!

Sperrzone Hauptbahnhof: Ab Mai wird abgerissen - Bau der zweiten Stammstrecke beginnt

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Ab 6. Mai wird der Bau der zweiten Stammstrecke auch für die Münchner am Hauptbahnhof deutlich sichtbar. Dann beginnt der Abriss eines Kernstücks, der Schalterhalle. Doch es kommt noch mehr weg.

München - Seit knapp zwei Jahren arbeitet die Bahn am Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke – bisher ist das vor allem am Marienhof und an den Bauarbeiten bei Laim erkennbar. Nun wagt sich die Bahn ins Herz der Stadt: Am 6. Mai soll die Schalterhalle gesperrt werden – sowohl innen, außen als auch unterirdisch „gibt es hier kein Durchkommen mehr“, erläuterte Martin Wieser vom Bauteam der zweiten Stammstrecke bei einer Vorab-Besichtigung der geplanten Großbaustelle.

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Oben wird die Schalterhalle durch eine zwölf Meter hohe Staubschutzwand von der Haupthalle abgeschirmt – wer will, kann die Arbeiter künftig durch zwei Fenster beobachten. Vor der Haupthalle wird an der Straßenkante ebenfalls eine hohe Schallschutzwand aufgebaut. Sowohl der Taxistand als auch die Bushaltestelle am Bahnhofsplatz müssen weichen. Auch der Zugang zur Schalterhalle über das Zwischengeschoss – für die Kenner der Örtlichkeit: zwischen dem Imbiss Yormas und der MVG-Geschäftsstelle – wird abgedichtet, Aufzug und Rolltreppen werden abmontiert.

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Die Geschäfte, unter anderem eine Bäckerei und der FC-Bayern-Fanshop, sind schon längst aufgegeben.

Reisende müssen sich auf Unannehmlichkeiten einstellen

Dann wird der Hauptbahnhof, durch den immerhin täglich über 200 000 Reisende laufen, nur noch zwei Ein- und Ausgänge haben: einen an der Arnulfstraße im Norden, den zweiten an der Bayerstraße im Süden. Ein Sicherheitsproblem sei das nicht, sagt Bahnhofsmanagerin Mareike Schoppe. Aber sie gibt zu: „Für viele Reisende ist das natürlich eine Wegeverlängerung.“

Mit großen Bodenaufklebern will die Bahn die Reisenden durch den Baustellendschungel lotsen. Die Reisenden müssen auch mit vielen kleinen Änderungen in den nächsten Jahren zurechtkommen. So wird das Fundbüro verlegt – es kommt auf die Empore in der Haupthalle. Schließfächer werden reduziert – „man wird wohl manchmal etwas länger suchen müssen, bis man ein freies Fach findet“, sagt Bahnhofsmanagerin Schoppe. Auch bahnhofsinterne Abläufe müssen sich ändern. Zum Beispiel wird der Wertstoffhof, den der Bahnhof unterhält, um die täglich anfallenden großen Müllmengen zu entsorgen, an die Paul-Heyse-Straße verlegt.

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Münchner Hauptbahnhof bleibt für viele Jahre Großbaustelle

Bauleiter Martin Wieser sorgt sich derweil um den Ablauf der Abbrucharbeiten. „Die Herausforderung ist vor allem die Logistik und der Abtransport“, sagt er. Konstruktionstechnisch sei die Halle einfach gestrickt. Ein 150 Tonnen schwerer Greifzangen-Bagger soll die Schalterhalle von innen nach außen Stück für Stück zerlegen. „Der knabbert das weg“, witzelt Wieser. Alle Baustoffe werden getrennt entsorgt.

Neben der Haupthalle wird auch ein Teil des Bürotraktes links und rechts von ihr abgebrochen. Statisch gesehen handelt es sich um mehrere Gebäude, entlang der Baukanten wird sich der Bagger entlang fressen.

Ende Oktober dieses Jahres wird der Abbruch beendet sein. Dann beginnt die eigentliche Arbeit: Dort, wo heute die Schalterhalle ist, wird das Treppengebäude für die zweite Stammstrecke errichtet – über 40 Meter tief ist dieser sogenannte Nukleus. Ende 2026 soll die zweite Stammstrecke in Betrieb gehen. Bahnintern wird allerdings schon mit 2028 gerechnet, da die Stadt auch noch einen Bahnhof für die geplante Innenstadt-U9 wünscht und dies die Arbeiten verlängert.

Und der Bahnhof? Er erhält eine neue Halle. 2029 oder später.

Dirk Walter

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