München: Behörden-Posse: Beliebtester Strandbar der Stadt droht Aus - Krisengespräch am Mittwoch
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Der Kulturstrand noch am alten Standort im Jahr 2019. Im Sommer 2020 sollte es auf dem Isarbalkon an der Corneliusbrücke in München weitergehen - sofern die Behörden mitspielen. (Archivbild)

Betreiber äußert sich

Behörden-Posse: Münchens beliebtester Strandbar droht das Aus - Bringt Krisengespräch nun Klarheit?

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Für eine beliebte Strandbar in München könnte eine Behörden-Posse das Aus bedeuten. Auf Facebook äußerten sich die Betreiber - ein Krisengespräch soll nun Klarheit bringen. 

  • Der Kulturstrand in München sorgt für Strandfeeling direkt an der Isar.
  • Doch der beliebten Strandbar droht das Aus - wegen einer Behörden-Posse.
  • Das KVR scheint sich bei einer bestimmten Frage querzustellen. Ein Krisengespräch soll Klarheit bringen.


Update, 2. Juli, 16.50 Uhr: Und wie sieht es nach dem Krisengespräch mit der Stadt am Mittwoch (2. Juli) aus? „Könnte klappen“, sagt Kulturstrand-Betreiber Benjamin David, „könnte klappen.“ Und dabei klingt er wesentlich optimistischer als noch vor zwei Tagen. 

Mutmaßlich ist das „Pippi-Gate“ (siehe Erstmeldung) erst durch Abstimmungsschwierigkeiten zwischen dem KVR und der Bezirksinspektion (BI) Mitte entstanden. Das BI Mitte gehört zum KVR und hat gerade die nicht ganz leichte Aufgabe, sämtliche aufploppende Freischankflächen zu kontrollieren. Das Krisengespräch am Mittwoch war nun eines von mehreren Terminen mit der Behörde. 

Und inzwischen sieht David so etwas wie eine mögliche Lösung, die schon sehr nach der ursprünglichen aussieht: Die Gäste dürfen die Toilette des Inders doch benutzen. Und diese werden von der Stadt auch als Kulturstrand-Toiletten akzeptiert. Damit es am Klo nicht zu eng zugeht, soll David wahrscheinlich ein zusätzliches Dixie-Klo bereitstellen. Doch entschieden ist noch gar nichts. Am Donnerstag gibt es einen weiteren Termin. „Aber es sieht wirklich gut aus.“ Somit sollten den nächsten Events am Kulturstrand nichts mehr im Wege stehen.

Sollte es noch zum Dixie-Klo-Entscheid kommen, hat David kurzfristig überhaupt kein Problem. Denn vier davon stehen seit einer Woche. Diese musste der Betreiber bereitstellen, damit der Kulturstrand trotz Pipi-Gate überhaupt starten konnte. Übrigens gar nicht so billig: "906.72 Euro pro Woche, jede Leerung kostet 450 Euro", rechnet David vor. Doch wenn auf lange Sicht nur ein Klo übrig bleibt, sei das zu verschmerzen.

Behörden-Posse: Münchens beliebteste Strandbar droht das Aus - Krisengespräch am Mittwoch

Erstmeldung, 2. Juli, 16.25 Uhr:

München - Wie geht es für den Kulturstrand weiter? Die Bar, die Insel-Feeling direkt an der Isar verspricht, ist in Nöten. Im Jahr 2019 musste die Bar zunächst schließen

Ende Juni 2020 konnte der Kulturstrand schließlich an einem neuen Standort, auf dem Isarbalkon an der Corneliusbrücke, wieder öffnen - doch noch sind nicht alle Probleme aus dem Weg geräumt. Es geht dabei vorrangig nicht um die Corona-Krise, sondern vor allem um die Toiletten-Frage.

Behörden-Posse: Münchens beliebteste Strandbar droht das Aus - Krisengespräch am Mittwoch

Am heutigen Mittwoch (2. Juli) sollen dazu Gespräche stattfinden. Schon vorab wendeten sich die Veranstalter via Facebook an die Öffentlichkeit - und erklärten die Klo-Problematik

„Vorläufig haben wir, außer wir installieren Toiletten auf dem Veranstaltungsgelände für +- 10.000 bis 13.000 Euro  für die drei Monate - nur eine Not-Genehmigung (“Gestattung“) bis inkl. diesen Freitag“, heißt es darin. Diese Not-Genehmigung könnte nur mit großen Einschränkungen umgangen werden. „Oder wir schenken nur Saft und Wasser aus den ganzen Sommer, was jetzt auch nicht wirklich toll wäre, da wir keine ,Konzession‘ bekommen würden (das braucht man, wenn das Projekt länger als 6 Wochen dauert und alkoholische Getränke ausgeschenkt werden sollen)“, erklären die Veranstalter in dem Posting weiter. 

München: Kulturstrand droht wegen Behörden-Posse das Aus - 

Die Enttäuschung ist dabei groß - ursprünglich sei laut Veranstalter mit dem KVR schon vor Wochen ein „Kulturstrand-WC-Plan 2020“ vereinbart worden. Dieser habe die Benutzung der Toiletten beim indischen Restaurant „Sandhu India“ am Eck der Corneliusbrücke vorgesehen. Im Gegenzug sollten die Inhaber des Restaurants indisches Essen an den Kulturstrand liefern dürfen. „Das will aber jetzt ein anderer Teil des KVRs nicht“, heißt es in dem Facebook-Posting.

Um den Kulturstrand zu retten, bitten die Veranstalter um eine Spende in den „digitalen Hut“. Wenn wir das Geld nicht für Toiletten brauchen geht es an die DJs, Musiker*innen, Künstler*innen, Kulturschaffenden und Tontechniker*innen, die bei uns mitmachen“, heißt es. Wie es weiter geht, wird nun allerdings vor allem der Ortstermin der Stadt zeigen. Einen Namen hat das Kulturstrand-Team dem Toilettenproblem ebenfalls gegeben: Auf Facebook trägt es nun den Hashtag „#dixiegate“.(nema/kmm

nema

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