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Brutaler Messerangriff am ZOB: Opfer (31) überlebt nur mit viel Glück

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Von: Andreas Thieme

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Die Angeklagten vor Gericht: Haupttäter Petit R. (3. von li.) wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt.
Die Angeklagten vor Gericht: Haupttäter Petit R. (3. von li.) wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt. © Sigi Jantz

Es war das blutige Ende einer Disco-Nacht: Am 23. Juli 2017 attackierten vier junge Männer einen 31-Jährigen nahe des Zentralen Omnibus-Bahnhofs (ZOB) und brachten ihn beinahe um. Am Freitag sprach das Landgericht harte Strafen aus.

Petit R. (18), der mit einem Messer auf das Opfer eingestochen hatte, muss für sechs Jahre ins Gefängnis. Seine beiden Komplizen Marschal D. (21) und Ardit H. erhielten vier Jahre und zwei Monate sowie drei Jahre und sechs Monate. Für alle drei Täter gilt das Jugendstrafrecht. Nur acht Monate Haft auf Bewährung erhielt Tobias R. (25) wegen unterlassener Hilfeleistung.

„Die Verletzungen werden den Geschädigten ein Leben lang begleiten“, fasste Richterin Sigrun Broßardt den brutalen Fall zusammen. Gegen 3.25 Uhr nachts war das Opfer, das mit der Gruppe zuvor schon in der Disco Neuraum zusammengetroffen war, angegriffen worden. Ein Stich traf den 31-Jährigen in die Brust, ein zweiter knapp oberhalb des Herzens. Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass die Gruppe den 31-Jährigen gezielt attackiert hatte und Haupttäter Petit R. mit einem Messer zustach. „Er hat in Kauf genommen, dass sein Opfer stirbt. Was mit ihm passiert, war dem Angeklagten gleichgültig“, sagte die Richterin und verurteilte Petit R. wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Not-OP rettete den 31-Jährigen

Nur mit viel Glück hatte der 31-Jährige überlebt. Mit letzter Kraft schleppte er sich vom Omnibusbahnhof zurück zur Disco, wo Türsteher sofort den Notarzt riefen. Selbst dieser konnte die schweren Blutungen aber nicht stoppen, so dass das Opfer im Schockraum einer Klinik notoperiert werden musste.

Als versuchten Mord hatte die Staatsanwaltschaft den Fall angeklagt. Das bestätigte das Gericht aber nicht. Im Prozess hatten sich die vier Angeklagten entschuldigt. Ursprünglich war es bei dem Streit nur um einen Platz unter dem Regenschirm gegangen. Wie eine solche Situation derart eskalieren konnte, dafür fanden die Angeklagten am Ende nur eine Antwort: Alkohol.

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