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Andreas Langenwalter arbeitet bei einem Limousinenservice. Für seinen Arbeitgeber hätte er in die USA reisen sollen – weil aber sein Pass nicht lang genug gilt, wurde daraus nichts.

Verwaltung mangelhaft!

Nach bitterer KVR-Odysee - Münchner (53) muss wichtige Reise absagen: „Ein schlechter Witz“

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Das KVR in München kommt mit der Arbeit nicht mehr hinterher: zu wenig Personal und ein defizitäres Terminvergabesystem. Für einen Moosacher hatten diese Missstände bittere Konsequenzen.

München - Frust statt Flug! Andreas Langenwalter (53) hätte im Mai geschäftlich in die USA reisen sollen. Hätte. Aber die Reise ist geplatzt – wegen Behörden-Ärger. „Ich habe keinen Termin beim KVR bekommen“, klagt der Moosacher. Der Pass des Betriebsleiters läuft im September ab. Für seinen Geschäftsaufenthalt in den USA hätte er ein Visum benötigt. „Das Visum hätte ich aber nur mit einem Pass bekommen, der zum Zeitpunkt meines Aufenthalts mindestens sechs Monate gültig ist.“ Im Januar habe er sich deshalb erstmals um einen Termin beim Kreisverwaltungsreferat (KVR) bemüht. Scheinbar zu spät… 

KVR: Nächster freier Termin erst in drei Monaten

„Ich habe erst beim KVR angerufen, um einen Termin zu vereinbaren.“ Am Telefon sei er aufs Internet verwiesen worden. Er ging ins Netz – und war geschockt: „Im Januar waren in den Bürgerbüros bis April alle Termine ausgebucht! Den Auftrag in Amerika konnte ich vergessen…“ Er ergatterte zwar noch einen Termin am 11. April. Da er sich spontan schlecht freinehmen kann, habe er für diesen Tag einen freien Vormittag beantragt. Am 11. April fuhr er zum KVR. Und konnte es nicht fassen: Wegen einer IT-Störung fiel sein Termin aus (rechts)! „Eine Mitarbeiterin hat mir empfohlen, jeden Tag um sieben Uhr morgens ins Internet zu schauen, ob kurzfristig was frei ist. Ein schlechter Witz!“ Ein anderer Mitarbeiter habe ihn auf Juli vertröstet.

München: Bei KVR-Online-Terminsystem wird ständig nachjustiert

Langenwalter hat sich bei der Stadt beschwert. „Die Dame bei der Informationsstelle hat versprochen, sich zu melden, wenn was frei ist…“ Ein KVR-Sprecher teilt auf tz-Anfrage mit, dass alle Bürger, die am 11. April ihren Termin nicht wahrnehmen konnten, „zum Teil mit Wartezeit noch am selben Tag“ bedient worden seien oder zeitnahe Ersatztermine angeboten bekommen hätten. Dieses Angebot könne auch Langenwalter wahrnehmen.

Warten auf den Einlass: Wer im KVR in der Ruppertstraße etwas zu erledigen hat, braucht starke Nerven und viel Zeit.

Der Sprecher erklärt, dass „nur ein festgelegtes Kontingent an Terminen für den aktuellen Monat und die kommenden drei Monate“ buchbar sei. Zudem werde das Terminvereinbarungssystem laufend nachjustiert. Überraschend habe sich gestern die Dame von der Informationsstelle der Stadt bei ihm gemeldet, sagte Langenwalter gestern nach der Behördenanfrage der tz. „Ich kann morgen um 15.30 Uhr kommen.“ Die Reise ist inzwischen längst abgesagt…

Lesen Sie auch: Dauer-Chaos im KVR: Münchner über stundenlange Wartezeiten verärgert - „Man fühlt sich hilflos“

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