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Die Weideninsel vor dem Deutschen Museum wird immer beliebter.

„An warmen Tagen tummeln sich hier hundert Badegäste“

Party- und Grill-Alarm: Geschütztes Biotop in der Isar in Gefahr - Polizei machtlos, aber ...

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Im Sommer liegt sie allzu verlockend, so schattig und mitten in der Stadt. Die Weideninsel vor dem Deutschen Museum ist ein Superziel für Badegäste - allerdings ist sie ein Biotop.

München - Im Sommer liegt sie allzu verlockend, so schattig und mitten in der Stadt… Die Weideninsel vor dem Deutschen Museum ist ein Superziel für Badegäste. Besonders heuer, wo die Isar reichlich Wasser führt und der Sommer endlos scheint. Allerdings: Wir reden hier von einem geschützten Biotop – und der Ansturm ist viel zu viel!

„Mir geht es nicht um Verbote für Schwimmer, die mal einen Fuß auf die Insel setzten“, sagte Anwohner und Rosa-Liste-Politiker Wolfgang Scheel jetzt im Bezirksausschuss Ludwigs- und Isarvorstadt (BA 2). „Ich bin keine Spaßbremse, aber das ausgewiesene Landschaftsschutzgebiet wird ständig zum Grillen und Lagern missbraucht. An warmen Tagen tummeln sich hier hundert Badegäste.“ Abhilfe sollen freundliche Schilder bringen, die über die Schutzzone und das Kleinod in der städtischen Isar informieren und das Grillen verbieten.

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Dieses Thema hat den BA 2 bereits vor zwei Jahren beschäftigt. „Seither ist die Verwaltung, die das an sich bearbeiten will, nicht über die Diskussion hinausgekommen, wie genau diese Schilder aussehen sollen“, sagt Martin Scheuring von den Grünen. 

Polizei ist machtlos - hoffen auf die Isar-Ranger

Laut Stadt ist die Insel als Refugium für Tiere und Pflanzen gedacht. Ein Betretungsverbot gibt es allerdings nicht. Und: Bereits vor zwei Jahren hieß es vom Baureferat, dass die Brutzeit der Vögel, um die er hier vor allem gehe, im Sommer – wenn Badebetrieb herrsche – sowieso vorbei sein.

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Die Zahl der Inselbesucher hat sich nach Einschätzung von Beobachtern erhöht. Auch wenn diese grillen, was lediglich im Abschnitt vom Flaucher bis zur Großhesseloher Brücke erlaubt ist, muss die Polizei tatenlos zuschauen. „Ein Einsatz in Badehosen bietet sich für meine Kollegen eher nicht an“, so der zuständige Beamte Rudolf Stadler im BA 2.

Aktiv werden könnten allerdings die Isar-Ranger, die die Polizei bei Verstößen an der Isar ohnehin entlasten sollen. Der BA machte dazu einen Vorstoß beim Baureferat, Abteilung Gartenbau. Außerdem will man einen weiteren Antrag an die Stadtverwaltung stellen, damit endlich die Schilder kommen. Insbesondere das Feuermachen und die damit einhergehende Abholzung sei mit dem Schutz und Erhalt der Weideninsel unvereinbar.

Bettina Ulrichs

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