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So soll die neue Zentrale von Rischart an der Hans-Fischer-Straße 9 aussehen.

Eher ungewöhnlicher Standort

Münchner Traditionsbetrieb zieht es auf die Theresienhöhe

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Sie ist ein Münchner Traditionsbetrieb: Die Bäckerei Rischart. 1883 eröffnete die erste Filiale, seit den 1980er-Jahren backen die Mitarbeiter im Gärtnerplatzviertel. Jetzt will Rischart in ein neues Stammhaus an der Theresienhöhe ziehen.

München - Wenn der Krapfenhimmel einen Namen trüge, dann würde er Rischart lauten. Darauf schwört so mancher Liebhaber von süßen Verlockungen in München und verweist auf die Sorten Germknödel oder Tiramisu zur Faschingszeit. Doch die irdische Dependance eben jenes Krapfenhimmels will innerhalb der Stadt umziehen: Von der Buttermelcherstraße 16 im Gärtnerplatzviertel in eine Baulücke in der Hans-Fischer-Straße 9 oberhalb der Theresienwiese. Einen Bauvorbescheid für das neue Haupthaus gibt es schon, am nächsten Dienstag beschäftigt sich die Kommission für Stadtgestaltung mit den Plänen.

An der Theresienhöhe sollen zukünftig die Produktion, die Verwaltung und der Versand beheimatet sein. Für die Mitarbeiter entstehen eine Kantine und Werkswohnungen. Eher ungewöhnlich für eine Bäckerei ist, dass auch ein sogenanntes Boardinghaus eröffnet werden soll. Eine Art kleines Hotel für Geschäftsleute. Das Backhaus selbst soll laut Stadt eine „gläserne Manufaktur“ werden. Das Haus hat mit Backstein verkleidete Stützen – und besteht sonst größtenteils aus Glas.

Das Unternehmen führt 600 Mitarbeiter

Rischart zählt zu den Münchner Traditionsbetrieben: Den Grundstein legte Max Rischart senior, der 1883 eine Bäckerei in der Isarvorstadt eröffnete. Seit 2009 führt das Unternehmen mit seinen 600 Mitarbeitern in fünfter Generation Magnus Müller-Rischart. Rischart betreibt heute 15 Geschäfte und Cafés in München und seit 2007 auch das Café Kaiserschmarrn auf der Wiesn. 2016 wagte sich das Unternehmen an ein Konzept mit gastronomischem Komplettprogramm und eröffnete das Lokal „Max Eatery“ am Stachus. Ein Wagnis – das sich offenbar nicht gelohnt hat. Das Max Eatery ist seit Herbst 2017 Geschichte.

Hier soll das Gebäude entstehen: Neben Produktion und Verwaltung soll es auch Werkswohnungen geben.

Die Backstube von Rischart befindet sich seit Anfang der 1980er-Jahre auf dem Gelände einer ehemaligen Tresor-Schlosserei mit Stockwerksfabrik im Gärtnerplatzviertel. Auch bei diesem Gebäude ist Glas das vorherrschende Element. Die Produktionsstätte wurde mit zahlreichen Architekturpreisen ausgezeichnet und gehört laut Rischart zu den „modernsten ihrer Art in Deutschland.“

„Ich bedaure den Wegzug“

Doch nun scheint der Platz eng zu werden, wie Paul Bickelbacher, Grünen-Stadtrat und Mitglied des Bezirksausschusses Ludwigsvorstadt- Isarvorstadt vermutet. „An dem jetzigen Standort kann Rischart wohl nicht mehr expandieren.“ Im Viertel geht es zudem mit Zulieferern und Anwohnern eng zu. BA-Chef Alexander Miklosy (Rosa Liste) kann jedoch von keinen Beschwerden in den letzten Jahren berichten. „Ich bedaure den Wegzug, weil Arbeitsplätze im Viertel wegfallen.“ Was auf dem Grundstück im Gärtnerplatzviertel – in bester Wohnlage – passiert, ist bislang unklar. Rischart selbst wollte sich auf Anfrage unserer Zeitung nicht zu seinen Plänen äußern. Stadtrat Michael Mattar (FDP) ist Mitglied der Kommission für Stadtgestaltung und findet: der Neubau sei auch architektonisch eine gute Lösung. „Ich finde es positiv, dass es auch Wohnungen für Azubis geben soll“.

Bei Rischart ist es nicht das einzige Projekt derzeit. Auch das Café am Marienplatz soll modernisiert werden. Vom 8. Juli bis Mitte August werkeln Arbeiter hier. Der Verkaufsbereich im Erdgeschoss ist schon ab dem 3. Juni geschlossen.

Von Ramona Weise

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