Lebenslänglich wegen Polizistenmords für Reichsbürger

Lebenslänglich wegen Polizistenmords für Reichsbürger

Die MVG beharrt darauf

Im Bus: Frau hilft älterer Dame und muss wegen Schwarzfahrens zahlen

Immer wieder ärgern sich Fahrgäste über die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Was eine Frau kürzlich im Bus an der Poccistraße erlebte, ist zumindest fragwürdig.

München – Die MVG gerät oft unter Beschuss: Wegen unfreundlicher Fahrer, enormer Verspätungen oder nicht angefahrener Haltestellen, irgendwas ist immer. Doch was eine Frau vor kurzem an der Poccistraße erlebt hat, ist zumindest einmal fragwürdig. Facebook-Nutzerin Angella B. machte nun ihrem Ärger in dem sozialen Netzwerk Luft. 

In ihrer Nachricht an die MVG schildert Angella B., was ihr an der Bushaltestelle Poccistraße passiert ist. Sie wartete dort auf den Bus, neben ihr eine ältere Frau mit Rollator und Taschen. Als der Bus kam, half sie der Dame beim Einsteigen und den Verstauen ihrer Sachen. Anschließend wollte Angella B. ihre Fahrkarte stempeln. Aber ein Kontrolleur des MVG ist schneller: Er fordert sie auf, ihr Ticket zu zeigen, das sie gerade entwerten wollte. Doch dann das Unglaubliche: „Statt der alten Dame zu oder mir die Möglichkeit zum Stempeln zu geben, gibt er mir 60 Euro Bußgeld!“, empört sich die Userin. „Selbst als die anderen im Bus sich darüber aufregen, gibt er nicht nach!“

Angella B. ist richtig wütend, eigentlich solle man den Kontrolleur ihrer Ansicht nach wegen unterlassener Hilfeleistung anzeigen. Sie findet deutliche Worte: Dass der Kontrolleur der Dame nicht geholfen hatte, obwohl er gesehen habe wie sie „sich mit dem Gehwagerl in den Bus quält“, sei für einen Angestellten der MVG „unter aller Sau“.

Die MVG reagiert prompt auf die Nachricht – allerdings vermutlich nicht so, wie es sich Angella B. erhofft hätte. Die Verkehrsgesellschaft schreibt: 

Außerdem schiebt die Gesellschaft nach: „Es ist sehr nett von Ihnen, dass Sie der älteren Dame geholfen haben. Trotzdem müssen Sie unverzüglich stempeln.“ Angella B. lässt das nicht gelten, mittlerweile haben sich auch andere Nutzer in die Diskussion eingeklinkt. Auch sie sind empört – sowohl über das Verhalten des Kontrolleurs im Bus als auch über die Reaktion des Unternehmens. Ein User schreibt: „Schlichtweg eine Frechheit, was sich die MVG da erlaubt.“ Ein anderer fragt: „Der Mensch zählt wohl gar nichts mehr? Wenn er Charakter gehabt hätte, dann hätte er zuerst geholfen und dann kontrolliert. Nicht zu fassen!“

Auch Angella B. will von der MVG wissen, wie sie sich deren Meinung nach hätte verhalten sollen: „Also verlangen Sie von mir, dass ich die alte Frau einfach fallen lassen soll, statt ihr zu helfen? Geben Sie mir bitte dazu eine Antwort!“

Das tut die MVG auch: 

Angella B. meint daraufhin: „Danke für Ihre Hilfe, ich bin sprachlos über Ihre Antwort!“ Weiter schreibt sie: „Sie verlangen von den Leuten, dass sie ignorant sind und überall wegschauen und nicht helfen weil Stempeln wichtiger ist!“ 

Die MVG bleibt jedoch nicht untätig und geht dem Vorfall an der Poccistraße nach. Am nächsten Tag erhält die Frau via Facebook eine neue Antwort: „Wir haben bei unseren Kollegen vom Kontrollservice nachgefragt.“ Laut deren Information sei Angella B. zwar an der Poccistraße eingestiegen, die Kontrolle habe jedoch erst drei Stationen später an der Ehrengutstraße stattgefunden. „Da müsste genug Zeit gewesen sein, ein Ticket zu entwerten.“ 

Daraufhin ging die Diskussion über das Verhalten der beiden Parteien weiter. Schließlich meldete sich auch Angella B. noch einmal zu Wort und schildert den Vorfall erneut detailliert.

Sie habe der Frau an der Poccistraße in den Bus geholfen, ein Stück weiter, auf Höhe des Kreisverwaltungsreferats, sei sie kontrolliert worden. Sie habe dem Kontrolleur die Umstände genau erklärt, er und seine Kollegen hätten weiterhin auf das Bußgeld beharrt. Auch andere Fahrgäste hätten sich für Angella B. eingesetzt. Zum Schluss ihres Facebook-Kommentars schreibt sie, sie werde die geforderte Strafe zahlen und schließt wütend: „Und in Zukunft werde ich niemandem mehr helfen, egal ob schwanger oder alte Person oder behindert, ich werde das machen, was MVG verlangt und niemandem mehr helfen!“ Viele zeigen sich weiterhin solidarisch mit Angella B., bieten ihr zum Teil sogar an, sich an den Kosten zu beteiligen. 

Die besten und wichtigsten Geschichten aus der Isarvorstadt posten wir auch auf der Facebookseite „Isarvorstadt - mein Viertel“

Lesen Sie hier Gastbeiträge zum Thema MVG:

mh

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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