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Unfall Paul-Heyse-/Landwehrstraße.

Sie filmten statt zu helfen

Nach dem Unfall in der Innenstadt: Jetzt macht die Polizei Jagd auf die Gaffer

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Immer wieder das gleiche Problem: Gaffer filmen an Unfallstellen und behindern Einsatzkräfte. Nach dem schweren Unfall in der Münchner Innenstadt will die Polizei dagegen vorgehen.

München - Ein Sanitäter-Fahrzeug war am Dienstag mit Blaulicht und Martinshorn Richtung Hauptbahnhof unterwegs, als es auf der Kreuzung zwischen Paul-Heyse-Straße und Landwehrstraße zum Zusammenstoß mit einem Renault kam. Der Pkw kam auf dem Dach zum Liegen und die beiden Insassen, ein älteres Ehepaar (86 und 85), wurden schwer verletzt. Der Sanitäter erlitt dabei leichte Verletzungen.

Neben der Versorgung und Bergung der Verletzten war die Polizei wieder einmal damit beschäftigt, Schaulustige zu vertreiben. Etwa 250 Menschen hatten sich um den Unfallort versammelt und filmten und fotografierten die Verletzten, die sich nicht aus dem Wagen befreien konnten. Die Polizei musste Platzverweise aussprechen und mit weiteren Strafmaßnahmen drohen.

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Gaffer sollen nicht ungestraft davonkommen

Vor Ort hatten die Einsatzkräfte nicht die Zeit, die Personalien der Schaulustigen aufzunehmen. Die Versorgung der Verletzten hatte Vorrang. Für die Gaffer soll es aber im Nachhinein Konsequenzen geben. Wie die Polizei München unserer Redaktion bestätigte, sollen veröffentlichte Unfallaufnahmen ausfindig gemacht werden. Unfallorte und Verletzte zu filmen ist nicht nur moralisch verwerflich, sondern kann auch strafrechtliche Folgen haben. Den Verantwortlichen drohen Geld- oder sogar Freiheitsstrafen.

Verletzung mehrerer Gesetze

So harmlos wie es für manche scheinen mag: Die Kamera auf eine Unfallstelle zu halten, verletzt gleich mehrere Gesetze.

Bringt man sich selbst nicht in Gefahr, besteht die Pflicht zu helfen. Ist man als eine der ersten Personen an der Unfallstelle und fängt an, das Ganze zu filmen, ist das unterlassene Hilfeleistung. Hier kann es zu einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr kommen.

Wenn solche Aufnahmen auch noch im Internet landen oder anderweitig veröffentlicht werden, verstößt das gegen das Kunsturhebergesetz (§22). Es dient dazu das Persönlichkeitsrecht zu schützen, damit nur Aufnahmen mit Zustimmung des Abgebildeten veröffentlicht werden. Bei Verstoß drohen Geldstrafen.

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