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Der Nußbaumpark am Sendlinger-Tor-Platz hinter der St. Matthäus-Kirche soll im Sommer kulturell genutzt werden.

Kultur im Brennpunkt

Gibt es im Nußbaumpark am Sendlinger Tor ein Sommerspektakel?

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Der Nußbaumpark am Sendlinger Tor hat in München keinen besonders guten Ruf. Ein Event im Sommer könnte das vielleicht ändern. Doch der Plan löste eine heftige Debatte aus.  

München - Die Kultur- und Eventmacher von „Urban League“, bekannt vom Kulturstrand, wollen im Sommer den Nußbaumpark drei Monate lang bespielen. Ihre Ideen reichen von Kinderspielen, Kickern, Sitzkissen bis zu Speakers’ Corner und Gastronomie. Im zuständigen Bezirksausschuss (BA) Ludwigs-/Isarvorstadt löste der Sommer im Park am Sendlinger Tor heftige Debatten aus: Es ging um Lärmschutz, Feierfreude und den bisherigen Niedergang des Parks. Am Ende unterstützte dennoch eine große Mehrheit das neue Konzept.

Nußbaumpark am Sendlinger-Tor-Platz ein Brennpunkt 

„In den letzten Jahren ist der Zustand des Nußbaumparks immer noch schlechter geworden“, findet Barbara Turczynski-Hartje (SPD). „Nun kommt jemand, der diesen Park bespielen möchte. Da sollten wir zugreifen und nicht auf das Ei des Kolumbus warten, denn andere Ideen sind nicht in Sicht.“ Beim Thema Lärmschutz hätten auch die benachbarten Kliniken großes Mitspracherecht, doch sei im Hochsommer auch im Krankenhaus um 22 Uhr noch keine Schlafenszeit, wie sie aus eigener Erfahrung wisse, sagt die Ärztin. Unter der Woche wollen die beiden Eventmacher Zehra Spindler und Dierk Beyer von „Urban League“ den Park bis 22 Uhr nutzen, am Wochenende bis 23 Uhr.

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Die Anwohner am Nußbaumpark sind empfindlich

Ihr Ideenpapier sei noch kein wirkliches Konzept, bemängelten indes zahlreiche BA-Mitglieder. Die Vorschläge seien zu vage, besonders weil die Betreiber schon jetzt eine Zustimmung für eine dreijährige Veranstaltungsreihe wollen. Nach den Erfahrungen mit dem Kulturstrand, den sie initiierten, aber nur ein Jahr ausführen durften, möchten die beiden wohl etwas mehr Planungssicherheit von der Stadt München. „Eine so lange Festlegung ins mehr oder minder Blaue lehne ich ab“, sagt freilich etwa der Grüne Arne Brach. „Für ein Jahr bin ich sehr fürs Ausprobieren.“

Große Lärmprobleme befürchtet seine Parteikollegin Silvia Haas (Grüne). „Die Anwohner hier sind sehr empfindlich, das wissen wir von Veranstaltungen der Matthäus-Kirche. Da gab es schon öfter Ärger. Drei Sommermonate sind außerdem ein viel zu langer Zeitraum.“ Armin Müller von der CSU gab zu bedenken, dass auch eine Lautsprecherbeschallung beantragt wird, wenn es keine Bühne geben soll. Die Sorge, dass sich die Feierbanane von der Sonnen- und Müllerstraße gleich in den Nußbaumpark schiebt, sei wohl wegen des frühen Endes im Park eher unbegründet, meint hingegen Franz Bruckmeir (SPD).

Beruhigt sind die Lokalpolitiker darüber, dass man sich schon bezüglich der Überschneidungen mit der BA-Kulturwoche IsarLudwig Anfang Juni über die Nußbaumpark-Nutzung geeinigt hat. Schließlich sagte Beate Bidjanbeg (SPD): „Wir wollen Neues im Stadtviertel, aber winden uns vor Bedenken. Lasst es uns ausprobieren. Lärmüberschreitungen und Verstöße können jederzeit geahndet werden, die Veranstalter wollen auch ein Bürgertelefon einrichten. Wenn das erste Jahr nicht klappt, wird die Sache wieder gestrichen.“

Nach der Mehrheitsentscheidung im BA – gegen die Stimmen der CSU – folgt nun ein Stadtratsbeschluss für den Sommer im Nußbaumpark.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Ludwigsvorstadt – mein Viertel“.

Bettina Ulrichs

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