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Ein bisschen eng, ein bisschen gemütlich: Blick in den ÖBB-Nightjet. 

Ab 11. Dezember

ÖBB übernehmen die Nachtzüge - Motto „lässig statt stressig“

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München – Österreichische Charme-Offensive am Freitag am Münchner Hauptbahnhof: Dort stellten die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) ihre neuen Nachtzüge vor, die ab dem Fahrplanwechsel (11. Dezember) auch von München aus fahren.

Die „Nightjets“, wie die Linien offiziell heißen, sind tiefblau lackiert mit kleine Sternen. Innen wartet ein Wiener Frühstück auf die Fahrgäste und (relativ) bequeme Schlaf- und Liegewagen-Abteile. Von der Decke grüßt eine Gams – mit Fotofolien wurde das Design aufgepeppt. Das ÖBB-Motto: „Lässig statt stressig“.

Die Nachtzüge der ÖBB stoßen in eine empfindliche Lücke, denn die Deutsche Bahn stellt ihre Nachtzüge Mitte Dezember fast komplett ein. Etwa 40 Prozent der bisherigen Linien übernehmen die Österreicher, sagte ÖBB-Vorstandsmitglied Valerie Hackl. „Die Münchner werden im Fokus unserer Geschäftstätigkeit stehen.“

Folgende Linien werden dabei angeboten:

-München-Düsseldorf: ab 20.44 Uhr, an 8.41 Uhr.

-München-Hamburg-Altona: ab 22.52 Uhr, an 8.54 Uhr.

-München-Rom (über Villach): ab 20.10 Uhr, an 9.22 Uhr.

-München-Mailand (über Villach): ab 20.10 Uhr, an 9.10 Uhr.

-München-Venedig (über Villach): ab 23.36 Uhr, an 8.24 Uhr.

Die Preise sind erschwinglich, findet Hackl. „Wer sagt, er muss auf sein Geldbörserl achten, der findet auch was.“ Ein Platz im Sitzwagen ist ab 39 Euro zu haben. Neu ist, dass die ÖBB auch Familienabteile anbietet – sechs Betten ab 199 Euro. Ein Bett im Einzelabteil kostet ab 139 Euro, will man auch noch eine Dusche haben („Einzelabteil Deluxe“), zählt man 179 Euro. Gebucht werden kann online unter www.nightjet.com. WLAN gibt es übrigens nicht.

https://www.facebook.com/merkuronline/videos/10154739392903328/

Die Nachtzüge der ÖBB sind nicht vollständig neu, sondern zum Teil von der Deutschen Bahn gekauft und innen etwas aufgefrischt. Trotzdem ist noch viel Resopal-Wandverkleidung enthalten, und geräumig ist es auch nicht gerade. „Es gibt aber genug Flug-Frustrierte, die wir gewinnen wollen“, heißt es selbstbewusst von ÖBB-Seite. 40 Millionen Euro werden in Kauf und Umbau von 42 Schlaf- und 15 Liegewagen investiert. Ab 2020 fahren im Italienverkehr vollständig neue Nachtreisezüge. Die Zahl der Reisenden soll sich fast verdoppeln auf 1,8 Millionen im Jahr. Schon heute sind ÖBB-Nachtzüge mehr als ein Nischengeschäft, sie tragen 17 Prozent zum Umsatz bei. Zum Vergleich: Bei der Deutschen Bahn, bei der die Nachtzüge schon seit einigen Jahren Richtung Abstellgleis fuhren, waren es nur ein Prozent.

Gänzlich eingedampft wird die Marktnische indes nicht: Bayerns DB-Chef Klaus-Dieter Josel wies beispielsweise auf den Nacht-ICE Dortmund-München (ab 20.58 Uhr, an 6.02 Uhr) hin, der allerdings kein klassischer Nachtzug mit Schlafwagen ist. Die DB schielt auf belastbare Zielgruppen wie Rucksacktouristen oder Frühaufsteher. In den Zügen wird das Licht gedimmt und die Durchsagetexte auf ein Minimum reduziert, ansonsten muss man sich einrichten, so gut es geht. Einziges Zugeständnis an die Nachtzug-Klientel ist der Verkauf so genannter Komfortartikel in diesen Zügen: ein aufblasbares Nackenkissen und eine Fleecedecke. 

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