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Massenansturm auf der Wiesn: Um diesen zu steuern, braucht es Maßnahmen.

Alle Maßnahmen im Überblick

Oktoberfest 2016: Mehr Kontrollen und Absperrungen

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München - Dass es für die Wiesn 2016 verstärkte Sicherheitsmaßnahmen braucht, scheint Konsens zu sein - wie die genau aussehen sollen, ist noch nicht bis in jedes Detail beschlossen.

Immer größeres Gedränge, vor allem am Wochenende, die Terrorgefahr nach den Anschlägen in Paris und Brüssel – „in den vergangenen Jahren haben sich die Rahmenbedingungen für eine sichere Durchführung des Oktoberfestes verändert“, heißt es in einer Vorlage des Wirtschaftsreferats für die nichtöffentliche Sitzung des Stadtrats. Das mache zusätzliche Maßnahmen notwendig. In Stein gemeißelt sind sie noch nicht, wie Bürgermeister, Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Josef Schmid (CSU) betont. Es handle sich um einen Zwischenbericht. „Vieles ist noch nicht konkret.“

Zugangskontrollen

Eine der wichtigsten Neuerungen: Besucher und ihre Taschen sollen künftig nicht nur an den Eingängen zu den Bierzelten kontrolliert werden, sondern schon an den Zugängen zum Festgeländes. Damit will man verhindern, dass jemand verbotene Gegenstände auf die Wiesn mitbringt. Schon vorab sollen die Wiesn-Besucher über die Kontrollen informiert werden. Auch darüber, dass sie große Taschen, Rucksäcke oder sperrige Gegenstände möglichst zuhause lassen.

Es geht vor allem auch darum, das subjektive Sicherheitsgefühl der Besucher zu verstärken. „Ein Grund für den gemäßigten Besucherrückgang im vergangenen Jahr war, dass Leute Angst gehabt haben“, sagt Schmid. „Diesem Gefühl will ich entgegentreten.“ Zulasskontrollen gebe es auch bei anderen Großveranstaltungen wie der Silvester-Meile in Berlin. „Das wird von den Besuchern akzeptiert.“ Sicher seien Kontrollen nicht zu jeder Zeit zu hundert Prozent durchführbar, „aber viel mehr als bisher“, so der Wiesnchef.

Zeitweise Sperrung 

Besondere Sorge bereitet der Stadt der große Besucherandrang, vor allem am Wochenende und am Feiertag. Dass die Wiesn komplett überfüllt und eine Räumung im Notfall fast unmöglich sein könnte, möchte die Stadt gerne verhindern. Zusätzliche Plätze in den Zelten und Außenflächen werden heuer deshalb nicht genehmigt. Außerdem sollen bei großem Andrang die Zugänge zur Wiesn – dort, wo auch die Kontrollen stattfinden – zeitweise mit mobilen Zäunen abgesperrt werden. Wie genau das organisiert wird, ist noch unklar.

Überlegen will man sich auch, wie man dann mit den Besuchern umgeht, die eine Reservierung in einem der Zelte haben: wie sie eingelassen werden können, ohne dass es zu großen Unruhen kommt. Bei drohender Überfüllung – und einer möglichen Sperrung der Zugänge – sollen Besucher über die Medien, das Internet und über die Fahrgastinformationen in den Zügen und auf den Bahnsteigen informiert werden. Schon in der Vergangenheit wurde der U-Bahnhof Theresienwiese bei großem Andrang geschlossen. Um die Pläne umsetzen zu können, will die Stadt heuer etwa 100 Ordnungskräfte zusätzlich einsetzen.

Ständiger Austausch 

Nach Angaben der Polizei befindet man sich wegen des Sicherheitskonzeptes in ständigen Gesprächen mit der Stadt. „Etwas Konkretes können wir aber noch nicht sagen“, betonte Polizeisprecher Werner Kraus. „Wir befinden uns in der Planungs- und Beratungsphase.“ Bis zur Wiesn könnten sich die Erkenntnisse auch noch ändern. Man stehe zudem in ständigem Austausch mit anderen – auch mit ausländischen – Sicherheitsbehörden, um die Lage bewerten zu können. Die Vorsichtsmaßnahmen auf dem Oktoberfest seien aber ohnehin seit vielen Jahren auf einem sehr hohen Niveau. In den vergangenen Jahren war die Polizei mit 500 Beamten im Einsatz, 300 davon auf dem Festgelände, 200 im Umfeld. „Wir werden prüfen, ob die Anzahl der Kräfte so bestehen bleibt, oder lageangepasst geändert werden muss“, sagte Kraus. Einen Zaun um das gesamte Festgelände zu ziehen, ist nach Angaben des Polizeisprechers „definitiv“ unrealistisch. Vorstellen könne man sich temporäre Sperrungen an den Zugängen, wenn das Festgelände überfüllt ist. „Eine hundertprozentige Sicherheit auf der Wiesn wird es nicht geben“, sagte Kraus. „Aber wir können jedem Besucher die größtmögliche Sicherheit garantieren.“

Sicherheit in Zelten 

„Alles was der Sicherheit dient, ist positiv, aber man sollte auch nicht überreagieren“, sagt Wiesn-Wirte-Sprecher Toni Roiderer. Kontrollen am Eingang zum Festgelände zu organisieren, „könnte ein bisserl schwierig werden“. Aber die Stadt solle es auf alle Fälle versuchen. Die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden sei schon immer sehr gut gewesen. „Die wissen schon, was sie tun“, so Roiderer. Und bisher habe alles immer gut funktioniert. Auch die Wirte „wissen sehr wohl, um was es geht“. Sicherheit in den Zelten werde wie schon in den vergangenen Jahren groß geschrieben. „Bei den Taschen- und Sicherheitskontrollen an den Eingängen wird keiner sparen“, betont Roiderer. Trotz aller Sicherheitsdebatten will er sich das Oktoberfest nicht vermiesen lassen. „Wir lassen uns die Lebensfreude nicht nehmen und sehen der Wiesn positiv entgegen.“ Sonst müsste man sich ja auch ständig Gedanken machen, ob man in einer Flieger steige, ins Stadion gehe oder ein Kino besuche.

„Wir müssen damit leben, dass wir Vorkehrungen treffen müssen“, sagt auch Ludwig Hagn, Chef des Löwenbräuzelts. Die Sicherheitslage habe sich verändert. „Früher hatte ich sechs Ordnungskräfte im Zelt, jetzt sind es 90.“ Das sei auch wichtig, um den Gästen das Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Auch unter den Wirten diskutiere man über Sicherheitsschleusen, über das Abtasten aller Besucher. „Doch das System bisher hat sich bewährt“, sagt Hagn. Alles verhindern könne man nicht. Er habe viel mit den Leuten, die bei ihm reserviert haben, gesprochen. „Die kommen trotzdem, sie wollen sich nicht einschränken lassen.“

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