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Rikscha-Touren durch die Stadt sind vor allem zur Wiesn beliebt - und teuer.

Zum Oktoberfest

Rikscha-Fahrer wollen größere Stellplätze

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München - Sind Rikscha-Fahrer Wiesngäste-Abzocker? Diese Frage stellen sich die Lokalpolitiker im Bezirksausschuss Ludwigs-/Isarvorstadt (BA2). Anlass ist die Bitte der Radlkutscher nach größeren Standplätzen am Hauptbahnhof während der Oktoberfestzeit.

Die BA-Politiker stimmen dem Plan am Hauptbahnhof zu, fordern aber Kontrollen bei Fahrpreisen und Verkehrsregeln. Denn wenn die Stadt den Rikschas schon Standplätze einrichtet, dann sollten die Fahrer im Gegenzug auch besser reglementiert werden, finden die Stadtviertelpolitiker. Denn: Besonders zur Wiesn gebe es Wucherfahrpreise, und viele Fahrer hielten sich nicht an die Verkehrsregeln.

Beim Kreisverwaltungsreferat (KVR) sieht man das Thema allerdings deutlich entspannter. Die Fahrpreise müssen schriftlich ausgewiesen werden, ihre Höhe sei aber nicht, wie etwa beim Taxi, festgelegt. Am Preis zu schrauben je nach Fahrgast sei deshalb eigentlich nicht möglich, sagt KVR-Sprecher Florian Schmelmer. Außerdem brauchen alle Fahrer eine Reisegewerbekarte und mindestens einen Mofaführerschein. „Zur Wiesn herrscht aber natürlich ein Ausnahmezustand, und der Markt bestimmt auch die Preise“, gibt Schmelmer zu. Nicht jeden trunkenen Fahrgast könne man vor sich selbst und hohen Preisen schützen. Aber: Nachweisliche Preisabzocke könne strafrechtlich verfolgt werden, es gebe auch entsprechende Polizeikontrollen.

Auch den Eindruck der Lokalpolitiker, die Rikscha-Fahrerwürden über Gebühr Verkehrsregeln missachten, teilt man im KVR nicht. „Besondere Behinderungen durch die Rikschas schlagen eigentlich nicht zu Buche“, sagt Schmelmer.

Während der Wiesn haben die Rikscha-Fahrer extra ausgewiesene Standplätze im inneren Sperrring direkt an der Festwiese. Am Hauptbahnhof wird es mitunter aber ziemlich eng. Denn: Auf der Strecke von der Theresienwiese zum Bahnhof werden besonders gerne Rikschas gebucht. Die Fahrer wünschen sich darum größere Stellplätze am Hauptbahnhof. Sie schlagen einerseits den Bahnhofsvorplatz im Osten vor, aber auch den Süd-Ausgang zur Bayerstraße hin.

Ein kontrolliertes, gutes Klima bei den Fahrern bestätigt auch die Arbeitsgruppe Rikscha und Lasten des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) München. „In den letzten Jahren hat sich sehr viel getan. Das Gewerbe hat sich organisiert, jede Rikscha ist mit einer Nummer gekennzeichnet, die vom KVR ausgegeben wird.“ Die Fahrt von der Paulskirche zum Bahnhof kostete während der vergangenen Wiesn laut Verband für zwei Personen tagsüber ungefähr 14 bis 20 Euro und nachts 18 bis 25 Euro, zum Stachus fuhr man zu zweit ab 20 Euro, zum Sendlinger Tor ab rund 25 Euro.

Letztlich kamen die Bezirksausschuss-Mitglieder zu dem Schluss, dass die Regularien für die Rikscha-Fahrer ausreichend seien. Sie befürworteten das Ansinnen nach größeren Stellplätzen am Hauptbahnhof. Ob und wo dies möglich gemacht werden kann, muss nun das KVR prüfen.

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