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Darko Tomic, Ion Olteanu und Branka Dordevic (v. li.) sind schockiert über die Tat zweier Kollegen. 

Beide sitzen in U-Haft

Pärchen unterschlägt 30.000 Euro Toiletten-Gebühren am Hauptbahnhof

Zwei Mitarbeiter einer Toilettenanlage am Münchner Hauptbahnhof sollen 30.000 Euro aus Automaten unterschlagen haben. Das Pärchen hat zusammengearbeitet - aber ein Detail nicht beachtet. 

München - Mehr als 30 000 Euro haben Mitarbeiter der WC-Anlage am Hauptbahnhof unterschlagen. Fast ein Jahr lang haben sie aus den Geldautomaten immer wieder Münzgeld abgezweigt. Ein elektronisches Zählwerk ließ den Betrug auffliegen.

Der Schock steht ihnen noch ins Gesicht geschrieben. Darko Tomic, Ion Olteanu und Branka Dordevic fällt es schwer zu glauben, dass zwei ihrer Kollegen, mit denen sie jahrelang gut zusammengearbeitet haben, ihren Arbeitgeber eiskalt geprellt haben sollen. Das mutmaßliche Gaunerpärchen arbeitete für eine Reinigungsfirma, die im Auftrag eines Unternehmens tätig ist, welches stadtweit die öffentlichen „Rail & Fresh“-Anlagen betreibt. Auch am Hauptbahnhof befindet sich eine solche WC-Anlage.

Laut Bundespolizei soll der Mann (62), der dort als Reinigungskraft tätig war, von November 2016 bis Oktober 2017 immer wieder Geld aus den Münzautomaten abgezweigt haben. Das läpperte sich: Mehr als 30 000 Euro kamen zusammen. Den Schlüssel zur Entleerung der Geldkassetten gab ihm wohl seine Lebensgefährtin (56). Als Objektleiterin war sie auch für die Protokollierung von „Geldtüten“ zuständig – sogenannten Safebags, die das Münzgeld enthalten.

Aufgeflogen ist die Sache, weil ein Zählwerk in die Automaten eingebaut wurde

„Wir stehen alle unter Schock“, sagen die Mitarbeiter im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie habe sich zwar schon manchmal gewundert, dass die Objektleiterin oft teure Markenkleidung getragen habe, erzählt Dordevic. „Aber wer rechnet denn mit so was?“

Die Betreiberfirma kam dem Mann auf die Schliche, nachdem letzten November ein elektronisches Zählwerk in die Automaten eingebaut worden war. Es stellte sich heraus, dass rund 30 000 Euro nicht verrechnet worden waren. Die Firma ermittelte eigenständig. Als sich der Verdacht gegen den Mann erhärtete, schaltete das Unternehmen die Polizei ein. Bei einer Durchsuchung am Arbeitsplatz verdichteten sich die Hinweise: Die Beamten fanden im Spind des Mannes kiloweise Münzgeld im Wert von mehr als 12 000 Euro. Zudem wurden in der Wohnung des Paares hochwertige Reinigungsmittel in größerem Umfang entdeckt.

Auch Reinigungsmittel waren vor dem diebischen Paar aus Garching nicht sicher. 

Das Paar wurde festgenommen und sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Gegen die Lebensgefährtin wird wegen des Verdachts der Mittäterschaft ermittelt.

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Daniela Schmitt 

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