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Soll auf Vordermann gebracht werden: Die 100 Jahre alte Paul-Heyse-Unterführung ist derzeit in einem traurigen Zustand.

Es werde Licht!

So schön soll die ranzlige Paul-Heyse-Unterführung werden

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Sie ist schon als Röhre des Grauens und Ekeltunnel bezeichnet worden: Die Paul-Heyse-Unterführung ist seit Jahren ein Ärgernis. Jetzt soll sie aufgehübscht, heller und freundlicher werden.Unsere Zeitung hat einen Blick auf das neue Lichtkonzept erhalten.

München - Die Langlebigkeit eines Missstands lässt sich mitunter an Überschriften und der Wortwahl von Stadtratsanträgen ablesen. So versandte die CSU-Fraktion im Oktober 2016 eine Anfrage mit dem Titel: „Paul-Heyse-Unterführung, die Fünfte, wie geht es mit dem Schandfleck weiter?“ Und die SPD-Fraktion schimpfte wenige Tage später: „Es stinkt, Fliesen und Taubendreck bröckeln von den Wänden und Decken, das gesamte Bauwerk ist mehr als unansehnlich und inzwischen Ziel von Führungen zu Münchens hässlichsten Orten.“

Dieser Stadtführer muss bald aktualisiert werden. Die Stadt hat jetzt ein Konzept erstellt, um den etwa 100 Jahre alten Tunnel auf Vordermann zu bringen. Die Wände der Unterführung sollen demnach mit einer Vorsatzschale aus hell lackierten Metallpaneelen verkleidet werden. Diese Platten reichen in einer Art Bogen bis zu einem Teil der Decke. So soll sich der Bereich für Fußgänger und Radfahrer von der Straße optisch abheben. Die Paneele sind gelocht und sollen den Lärm absorbieren.

Langersehnte Erleuchtung der ungeliebten Röhre: Helle Wandverkleidung und ein neues Lichtkonzept sollen die Paul-Heyse-Unterführung aufwerten.

Die bislang außen und an den Mittelstützen montierte Beleuchtung soll mehr an die Fahrbahn heranrücken. Die Mittelstützen sollen darüber hinaus mit einer Effektbeleuchtung aus blauem Licht inszeniert werden. Damit soll der Tunnel künftig differenziert gestaltet werden und sein Einheitsgrau verlieren. Die Verwaltung wird für die gesamte Beleuchtung auf LED-Technik setzen. Verzichten will die Stadt auf die Nachrüstung einer Längslüftung. Zum einen verspreche die bei einem mit 210 Metern sehr kurzen Tunnel mit Richtungsverkehr ohnehin keinen Effekt auf die Luftqualität. Zum anderen existiere derzeit auch kein Raum für eine derartige Konstruktion.

Dass nun überhaupt etwas voran geht, ist auch einem Einlenken der Deutschen Bahn zu verdanken. Denn diese ist Eigentümerin des Bauwerks – die Stadt dagegen nur zuständig für Licht, Gehweg und Straße. In all den Jahren der Diskussion um den Tunnel hatte sich der Konzern stets darauf berufen, dass die Verkehrssicherheit des Bauwerkes gegeben sei. Dafür sei man verantwortlich. Für etwaige Schönheitskuren wolle man nicht aufkommen. Nun wird sich die Bahn zumindest an den Kosten der Wandverkleidung beteiligen. Insgesamt kalkuliert die Stadt mit 6,3 Millionen Euro für das Konzept und jährlich rund 100 000 Euro für den Unterhalt. Die Bauzeit würde 20 Wochen betragen.

Der Stadtrat muss dem Konzept noch zustimmen, das scheint aber unproblematisch. Richard Quaas (CSU): „Helle Verkleidungen und neue LED-Beleuchtung werten diesen Raum auf. Die blaue Effektbeleuchtung an den alten Stahlträgern schafft ein ganz neues Raumgefühl.“ Bettina Messinger (SPD) fügt hinzu: „Endlich geht was voran, der Tunnel ist ein Schrecken für Radler und Fußgänger.“ Eigentlich sei die Aufwertung Aufgabe der Bahn gewesen, aber manchmal müsse man auch über seinen Schatten springen. Quaas nimmt den Konzern jedoch weiter in die Pflicht: „Es fehlt noch eine helle Verkleidung der Decke.“ Die Bahn müsse eine Sanierung aus einem Guss durchführen. „Wenn wir die Unterführung schon instandsetzen, dann allumfassend.“

Die Bahn peilt eine Generalsanierung der Unterführung jedoch erst im Jahr 2040 an. „Bis dahin ist noch eine lange Zeit“, sagt Messinger. Deswegen sei es in Ordnung, dass die Stadt selbst nun Geld in die Hand nehme.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Ludwigsvorstadt– mein Viertel“.

Von Sascha Karowski

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