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Wird abgerissen: Das Postlerwohnheim an der Baaderstraße.

Glockenbachviertel

Postlerwohnheim wird abgerissen - das kommt stattdessen

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München - Das Postlerwohnheim an der Baaderstraße im Glockenbachviertel wird abgerissen. Die Stadtgestaltungskommission lobt Entwurf von Architekt Sattler für den Neubau. Die Kosten für diesen liegen im zweistelligen Millionenbereich.

Am Dienstagabend gab die Stadtgestaltungskommission den Plänen des Architekturbüros Hilmer & Sattler grünes Licht. Derzeit befindet sich ein Hotel im 1987 fertiggestellten Postlerwohnheim. An dessen Stelle wird ein Haus mit sechs Etagen und 75 hochpreisigen Eigentumswohnungen errichtet. Wann der Bau beginnt, ist unklar.

Wird neu gebaut: Ein Komplex mit Eigentumswohnungen.

Das Postlerwohnheim war am Dienstag auf Wiedervorlage in der Stadtgestaltungskommission. Im Mai dieses Jahres hatte das Gremium sich erstmals mit dem Antrag der Projektentwicklungsgesellschaft Heisig und Heisig auf Abriss des Gebäudes befasst – und die Pläne einstimmig zurückgewiesen. Mehrere Mitglieder der Kommission lobten damals die besondere Architektur des Postlerwohnheims mit seiner geschwungenen Fassadengestaltung und dem überstehenden Dachrand. Der von Architekt Andreas Beier im Mai vorgestellte Neubau-Plan stieß dagegen auf Ablehnung. Architekt Christoph Sattler, Mitglied der Stadtgestaltungskommission, hatte das Postlerwehnheim in den 80er Jahren selbst entworfen und schmähte den Entwurf seines jungen Kollegen als „Hochgarage“.

Nachdem der Abriss abgelehnt wurde, vollführte der Bauherr einen nahezu genialen Schachzug und holte einen Architekten ins Boot, dessen Arbeit geschätzt wird in der Stadtgestaltungskommission: Christoph Sattler. Dieser nahm den Auftrag an und plante den Abriss seines eigenen, 1987 eingeweihten Gebäudes. Der Entwurf aus der Feder Sattlers ähnelt optisch dem Original mit dem Unterschied, dass ein Geschoss zusätzlich gebaut wird. In der Stadtgestaltungskommission warb am Dienstag Sattlers Kollegin Rita Ahlers für den Abriss des Postlerwohnheims. Dieses verfüge nur über eine fünf Zentimeter dicke Styropor-Dämmung, die nicht mehr zeitgemäß sei. Aufgrund der sehr simplen Konstruktion des Hauses sei es nicht möglich, die kleinen Räume miteinander zu verbinden. „Wir bevorzugen deshalb einen Abriss.“

Die Kollegen der Stadtgestaltungskommission waren von dem neuen Entwurf regelrecht begeistert. Professor Jürg Sulzer schwärmte von einem „Musterbeispiel für Qualität“. Professor Manfred Kovatsch sagte, das neue Gebäude trage zum „kumulativen Gedächtnis“ der Stadt bei. Der Vorsitzende des Bezirksausschusses, Alexander Miklosy (Rosa Liste), sprach sich ebenfalls für den Abriss aus, da die Bauarbeiten ein Jahr kürzer dauerten als ein Umbau. „Das belastet die Anwohner weniger.“ Die Baukosten belaufen sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

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