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Monatelang hatte Elser in akribischer, geheimer Arbeit – um sich nicht zu gefährden und niemanden zu belasten – die Bombe vorbereitet.

Allein gegen das Böse

Pressehaus-Graffito: So tickte der Hitler-Attentäter Georg Elser

Im Hof des Pressehauses von „Münchner Merkur“ und „tz“ wird in dieser Woche das Graffito des Künstlers Loomit fertiggestellt. Es ist ein Wandgemälde zu Ehren des Bomben-Attentäters Georg Elser, der allein gegen das Böse kämpfe.

München - Georg Elser (1903-1945) kam aus einfachsten Verhältnissen, war kein Geistesmensch – aber einer, der in einer wahnsinnigen Zeit Weitblick bewahrt hat. Er war kein hoher Militär, der gegen Kriegsende erkannte, dass man retten muss, was man retten kann. Der Schreinergeselle aus dem schwäbischen Hermaringen wusste 1938 – also ein Jahr vor Kriegsbeginn –, dass die Welt auf eine Katastrophe zusteuert. Und plante ab dann völlig alleine über viele Monate das Attentat im Münchner Bürgerbräukeller, bei dem er Hitler und seine NS-Spitze ins Jenseits bomben wollte.

Die Bombe ging hoch, der Schaden war riesig – aber die Nazi-Größen waren wider Erwarten schon abgereist. Der Grund: Der Rückflug nach Berlin fiel wegen Nebels aus, man wich auf einen Sonderzug aus. Elser war schon nach dem Scharfstellen der Bombe nach Konstanz gereist, wollte in die Schweiz fliehen. Doch er wurde gefasst – eine halbe Stunde, bevor die Bombe über 200 Kilometer entfernt hochging, acht Menschen tötete und 63 verletzte.

Schnell kam man auf Elser als Täter – er kam nach Berlin ins Gestapo-Gefängnis in der Prinz-Albrecht-Straße, wurde verhört und gefoltert. SS-Chef Himmler nahm an den Martern teil, soll Elser laut Augenzeugen auch selbst gequält haben. Die Nazis konnten nicht glauben, dass ein Einzelner die Tat allein akribisch geplant und ausgeführt haben sollte – ohne irgendjemanden einzuweihen, ohne Hilfe bei Materialbeschaffung oder Technik. Bei einem Verhör sagte Elser: „Ich stellte allein Betrachtungen an, wie man die Verhältnisse der Arbeiterschaft bessern und einen Krieg vermeiden könnte.“

Illusionen machte er sich nicht: die Nazis aus der Macht zu drängen? Nein. Aber eine neue, gemäßigtere Richtung nach dem Tod von Hitler, Göring, Goebbels.

Noch Jahrzehnte nach dem gescheiterten Attentat hatte Elser keine Lobby. Sein Mut, sein unbedingter Wille und sein Weitblick wurden aus verschiedenen Gründen bisher viel zu wenig gewürdigt. Der Durchbruch kam 1999 mit Helmut G. Haasis’ Biografie – und unsere Graffiti-Wand wird hoffentlich ebenfalls ein Stückerl dazu beitragen, diesen großen Menschen zu würdigen. Einer, der aus Pflichtgefühl und Vernunft zum Äußersten griff. Es fehlten 13 Minuten.

Das tz-Graffito

Diesmal interessiert uns die untere Fläche des großen Graffiti, das in dieser Woche bei unserem Pressehaus fertig sein wird. Sie ist von Loomit und beschreibt die Trümmer und Ruinen im Bürgerbräu, nachdem Elsers Bombe am 8. November 1939 wie geplant um 21.20 Uhr hochging.

Die Graffiti-Kunst entsteht zu Ehren des NS-Widerstandkämpfers Elser.

Monatelang hatte Elser in akribischer, geheimer Arbeit – um sie nicht zu gefährden und niemanden zu belasten – die Bombe vorbereitet. Von der Heidenheimer Armaturenfabrik, seinem Arbeitgeber, ließ er 250 Presspulverstücke mitgehen. Im August 1939 zog der schwäbische Schreinergeselle in die „Hauptstadt der Bewegung“, höhlte einen Monat lang nachts unter Hochstress eine Säule im Bürgerbräu aus, um die Bombe hier – hinter dem Rednerpult – einzubauen. Elser ging auf Nummer sicher und baute gleich zwei Uhrwerke ein – falls eines seinen Dienst versagen würde. Die Wucht der Explosion war gewaltig: Ein Feuerball verwandelte den Saal in ein Trümmerfeld.

Wie das Graffito entsteht, erfahren Sie unter diesem Link. Im Interview erzählt Künstler Loomit, wie er an dem über 20 Meter hohen Kunstwerk arbeitet.

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