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Michal R. (28) mit seinem Verteidiger Denis Matthies.

Komplize noch auf der Flucht?

Profi-Schmuggler gefasst: Kuriose Details veröffentlicht

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Der mutmaßliche Täter soll mit Komplizen rund sieben Millionen Zigaretten über München nach England geschmuggelt haben - nun muss er sich in 21 Fällen der Steuerhinterziehung verantworten. 

München - Unsicher tapst Michal R. (28) in den Gerichtssaal, sucht seinen Platz. Dann setzt er sich, schaut sich um und rutscht näher zu seinem Anwalt. Der versteht sofort: Sein Mandant hat Angst. Der Anwalt bittet die Richterin, dass R. neben ihm sitzen darf. „Ausnahmsweise“, sagt die Vorsitzende.

So hat gestern ein langwieriger Prozess vor dem Landgericht begonnen. Dort ist Michal R. (28) wegen Steuerhinterziehung angeklagt. Mehr als eine Million Euro soll er am Zoll vorbeigeschleust haben.

Wie R. das angestellt hat, versuchte die Staatsanwaltschaft hinreichend zu klären. Sechs Seiten lang ist die Anklageschrift. Und sie enthüllt kuriose Hintergründe. Demnach ist Michal R. ein Profi-Schmuggler und soll etwa sieben Millionen Zigaretten von Polen und Weißrussland über München nach England gebracht haben.

Schmuggler-Gruppe handelte wohl mit Baustoffen, um Schein zu wahren 

Systematisch soll er die Taten mit Komplizen geplant und durchgezogen haben. Für die Geschäfte soll Michal R. laut Anklage eine Baufirma an der Dessauer Straße genutzt haben. Dort lagerten die Kippen zwischen Baumaterialien in Lastwagen, bevor sie weitertransportiert wurden.

Wie die Ermittlungen ergaben, verwendete die Schmuggler-Gruppe geheime Namen für ihren E-Mail-Verkehr. „Krupp“ wählten sie dafür etwa aus. Und handelten angeblich mit Baustoffen, um den Schein zu wahren. Im Jahr 2015 mieteten sie außerdem Teile einer Lagerhalle an und nahmen sich ein Büro. Später soll es zu dem umfangreichen Schmuggel gekommen sein, mit dem sie die Tabaksteuer umgehen wollten. Doch der Zoll kam hinter die dubiosen Geschäfte und nahm Michael R. fest. 21 Fälle von Steuerhinterziehung wirft ihm die Staatsanwaltschaft nun vor. Nach den Komplizen fahnden die Ermittler noch.

Im Prozess wollte der mutmaßliche Schmuggler zunächst nichts sagen. Stattdessen stellte sein Verteidiger lieber einen Antrag gegen die Richter. Sie verhandeln den Fall noch bis zum 23. November. Neun Sitzungstage sind geplant. 

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