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Vielfältige Esskultur: Avva-Wirtin Preshika Wright und Chefkoch Luke Rogers in ihrem neuen Restaurant.

Restaurant im Dreimühlenviertel

Genießen im Geiste der Großmutter im Avva

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München - Anfang Oktober eröffnete das Restaurant Avva in München. Es vereint gehobene Köstlichkeiten aus Südafrika und Bayern. „Eine emotionale Erfahrung“, wie Chefkoch Luke Rogers verspricht.

„Es fängt an wie ein schlechter Witz“, sagt Chefkoch Luke Rogers: „Machen eine Südafrikanerin, ein Brite und ein Kanadier zusammen ein Restaurant auf.“ Aber das Avva ist kein Witz. Das gehobene südafrikanische Restaurant, kombiniert mit einer Weinhandlung, eröffnete Anfang Oktober in der Dreimühlenstraße.

Doch hier gibt es kein Zebrasteak, kein Krokodil und keinen Springbock. Sondern „postmoderne südafrikanische Küche“, wie Luke Rogers das nennt. Er und Besitzerin Preshika Wright wollen die kulturelle Vielfalt Südafrikas – von indischen und malaysischen bis zu afrikanischen und holländischen Einflüssen – in den Gerichten widerspiegeln. „Südafrika ist so ein buntes Land und die Küche ist es auch“, sagt Rogers.

Preshika Wright stammt aus Durban an der Ostküste Südafrikas. Ihre Familie hat indische Wurzeln und diese Einflüsse finden sich in den Gerichten wieder. „Avva“ heißt Großmutter auf Telugu, der Sprache von Wrights Familie. Eine Hommage an ihre Mutter und Großmutter.

Zur Eröffnung im Oktober reiste die Familie mit Koffern voller Gewürze an: Kumin und Koriander, Vanille und Sternanis. Preshika Wright liefert die alten Rezepte ihrer Familie, Chefkoch Luke Rogers verwandelt sie: Traditionelle Gerichte wie ein Bobotie, ein Hackauflauf mit Früchten und Ei, werden im Avva neu interpretiert – und zum Beispiel mit Wildschweinfleisch bavarisiert.

Denn auch diese Kultur soll ihren Platz finden, nicht nur in Form von Spanferkelbackerl mit Sellerie, Grünkohl und Espresso. „Ich fühle mich sehr willkommen in München“, sagt Preshika Wright, „die Gastfreundlichkeit in Bayern ist ähnlich wie in Südafrika und das will ich hier zeigen.“

Doch die Preise sind im Avva deutlich höher als in einem bayerischen Wirtshaus: Vorspeisen zwischen 12 und 16 Euro, Hauptspeisen zwischen 21 und 29 Euro, dazu Wein von handverlesenen südafrikanischen Weingütern, alles kleine Familienbetriebe – all das ist nichts für den kleinen Geldbeutel.

Keine Kompromisse bei der Qualität

„Ich verkaufe eine emotionale Erfahrung“, sagt Rogers. Er wolle keine Kompromisse bei der Qualität seiner Speisen machen: Fleisch und Gemüse kommen von Produzenten in Bayern. Er bestelle bei den teuersten Lieferanten Münchens, den gleichen wie das Tantris oder der Königshof.

Doch das Avva gibt sich weniger abgehoben: „Es ist ein Spiel zwischen Informellem und Gehobenem“, sagt Luke Rogers. Er selbst verkörpert dieses Prinzip: Rogers trägt Hipster-Vollbart und Ohrringe, kurze Hose und weiße Kniestrümpfe. Der Künstler und Grafiker hat das Kochen bei Sternekoch Jakob Stüttgen gelernt und sich als Koch im Walter und Benjamin in München einen Namen gemacht. „Ich spiele mit dem Gast“, sagt Rogers.

Deswegen hat er ein Fenster eingebaut zwischen Küche und Gastraum. Und deswegen kocht Rogers am liebsten das Überraschungsmenü: fünf Gänge für 69 Euro und Rogers stellt alle Gerichte spontan zusammen, je nach Saison und Vorlieben des Gastes.

Ein Schaufenster für Südafrika soll das Avva sein, sagt Besitzerin Preshika Wright. Es ist ihr erstes eigenes Restaurant, doch obwohl es erst ein paar Monate alt ist, spielt die gelernte Buchhalterin schon mit dem Gedanken, das nächste Restaurant zu eröffnen.

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