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Letztes Jahr hat Achmed Säana (54) noch gezeltet. Heuer muss die Kreide seinen Platz sichern.

Basar auf der Theresienwiese

Riesen-Flohmarkt: Der Kampf um die besten Plätze

Am Samstag startet der Riesen-Flohmarkt auf der Theresienwiese. Schon jetzt sichern sich Verkäufer Plätze für den Basar.

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München - Mittwochmorgen. Es ist ein grauer Tag, vom Himmel rieselt der Schnee. Und trotzdem tummelt sich eine Gruppe Münchner auf der Theresienwiese, um einen Platz auf der geteerten Fläche des Riesenflohmarkts zu ergattern. Der findet zwar erst am Samstag statt, „doch an das offizielle Anreisedatum hält sich schon lange keiner mehr“, sagt Achmed Säana. Der 54-jährige Hausmeister ist heuer zum vierten Mal dabei und weiß: „Wer zu spät kommt, sitzt im Dreck.“

Der Besucherandrang am Riesen-Flohmarkt ist immer groß.

Obwohl der Veranstalter, das Bayerische Rote Kreuz (BRK), seit vergangenem Jahr die Möglichkeit bietet, größere Flächen gegen einen Aufpreis von 250 Euro zu reservieren, gilt nach wie vor das Motto: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Und so rücken die Verkäufer zum Teil schon Wochen vor dem eigentlichen Einlass an, um ihren Platz mit Straßenkreide zu markieren.

Mittlerweile wird die Reservierung geduldet

Mittlerweile wird die eigenmächtige Platzreservierung vom BRK sogar geduldet, solange dabei nichts kaputt geht. Für die Verkäufer bedeutet das: keine Nägel und keine wasserfesten Farben. Die meisten halten sich daran. So auch Rentner Peter Huber. Damit ihm das launische Aprilwetter aber keinen Strich durch die Rechnung macht, greift der 65-Jährige einfach in die Trickkiste beziehungsweise in die Mehltüte: Mit klammen Händen verteilt er die klebrige Masse bei Minusgraden auf dem nassen Asphalt. „Sitzt bombenfest“, freut er sich.

Ralf K. (53) macht das ganze „Gezeter“, wie er es nennt, nur wegen seiner 84-jährigen Mutter mit. Die will es nach ihrer dreijährigen Flohmarkt-Pause nun noch einmal wissen. Unterstützung erhält der Münchner von zwei Kumpels. „Zusammen bibbert sich’s leichter“, sagt Ralf K. Dann setzt er sein Kürzel mit blauer Kreide auf den Teer.

„Mussten noch niemanden wieder nach Hause schicken“

Nach Angaben des BRK sind Reservierungen aber genauso wenig notwendig wie die eigenmächtigen Markierungen. Vor allem bei den derzeitigen Wetterverhältnissen. „Bis jetzt mussten wir noch niemanden wieder nach Hause schicken“, sagt Johannes Koser (54) vom BRK. Im Gegenteil: Erfahrungsgemäß blieben jedes Jahr etwa zehn bis zwanzig Prozent der reservierten Fläche leer. Dieses Jahr rechnet die Veranstaltungsleitung wegen der hohen Regenwahrscheinlichkeit am Samstag sogar mit noch größeren Lücken.

Die begehrten Plätze auf dem Teer sind jedoch gezählt – und daher hart umkämpft. Manche gehen sogar so weit und kampieren schon Tage vor dem Riesenrummel auf dem Feld. Ihren Stand dürfen sie allerdings erst am Vortag aufbauen. Auf dem Verkaufsgelände herrscht zudem striktes Autoverbot. Das gilt auch für das Ein- und Ausladen der Ware.

Sie sind Flohmarkt-Fan? Hier finden Sie alle Termine der größten Flohmärkte in München für 2017

Manche Dinge dürfen nicht verkauft werden

Laut BRK dürfen die Verkäufer alles anbieten, was „in einem Haushalt üblich ist oder was sich im Laufe der Zeit daheim angesammelt hat“. Vom Verkauf ausgeschlossen seien hingegen Lebensmittel, Tiere, Pflanzen, Kfz-Teile und Neuwaren.

Los geht die Schnäppchenjagd am Samstag in der Früh um sieben. Wer sich dann auf die Suche nach einem neuen Lieblingsteil begeben will, sollte entweder pünktlich zum Verkaufsstart oder gegen Ende hin auf das Festgelände kommen. „Denn am Abend werden die Kuriositäten oftmals um ein paar Euro billiger“, verrät Koser. Bis 16.30 Uhr müssen die Stände wieder geräumt sein. Schließlich wird das Gelände noch am selben Abend für das Oldtimertreffen am Sonntag hergerichtet. Und am 21. April startet das Frühlingsfest 2017.

Rundgang: Eindrücke vom Frühlingsfest 2017

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