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Große Posse

Eine der wichtigsten Rolltreppen Münchens steht seit einem Monat still

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Am Münchner Hauptbahnhof geht es ohnehin hektisch zu. Eine halbe Million Menschen wuselt täglich durch die große Schalterhalle. Doch seit vier Wochen kommt zur Hast auch noch der Ärger hinzu.

München - Doch seit vier Wochen kommt zur Hast auch noch der Ärger hinzu. Und zwar auf die Deutsche Bahn, die den Reisenden den mittleren Zugang zur Bahnhofshalle erschwert. Zwar kann man mit der Rolltreppe vom Sperrengeschoss ins Zwischendeck fahren – dort steht man allerdings vor einer Dauerbaustelle.

Die kaputte Rolltreppe ist schon lange abgesperrt.

Die Rolltreppe, die von der Deutschen Bahn betrieben wird, steht schon viel zu lange still, klagen entnervte Pendler. „Hohe Ticketpreise verlangen, aber kein Geld für Reparaturen“, wird geschimpft. „Wir entschuldigen uns bei unseren Gästen“, sagt ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Nachfrage unserer Zeitung. Er erklärt: Ersatzteile für dieses Rolltreppenmodell – laut Deutscher Bahn ein Oldtimer – seien rar und deshalb schwer zu bekommen. Auf Lager habe man die Teile nicht. In diesem Fall sei eine Stufenkette beschädigt. Nach wochenlanger Suche habe man Ersatz in Stuttgart gefunden. Dort zerlege man gerade eine ausrangierte Rolltreppe, deren Stufenkette das Förderband am Hauptbahnhof bis Anfang März wieder zum Laufen bringen soll.

Bahn entschied sich für Komplettaustausch

Wäre eine neue Rolltreppe nicht sinnvoller und schneller einzubauen gewesen? „Prinzipiell schon“, erklärt ein Bahnsprecher. „In diesem Fall haben wir uns aus Gründen der Wirtschaftlichkeit gegen einen Komplettaustausch entschieden.“ Denn wegen der zweiten Stammstrecke müsse die bestehende Rolltreppenkonstruktion ohnehin komplett verändert werden. Eine Investition von mehr als 200.000 Euro in eine neue Rolltreppe, die womöglich nach wenigen Jahren wieder rausmüsse, sei Geldverschwendung.

Die Rolltreppe auf der gegenüberliegenden Seite fährt übrigens nach unten, warum also nicht einfach deren Laufrichtung umkehren, um den Reisenden die Schlepperei zu ersparen? Auch das habe man in Erwägung gezogen. „Dann würde es aber auf dem Zwischenpodest zum Stau kommen, weil die Personen nach der ersten Rolltreppe die Seite wechseln müssten“, so der Bahnsprecher. Noch eine Woche müssen Reisende also schwer schleppen. Rolltreppenreparatur bei der Bahn – eine verfahrene Sache.

Lesen Sie auch: Milliarden-Investition in Bayern: Hier will die Bahn modernisieren

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