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Ein Wiesenbesucher, der eine S-Bahnstrecke lahm legte, wurde vor Gericht verurteilt.

Nach Wiesnbesuch

Betrunken auf den Gleisen: 21-Jähriger legte S-Bahnstrecke lahm

Nach einem Wiesnbesuch legte ein 21-Jähriger eine S-Bahnstrecke lahm. Wegen seines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr, stand er nun vor Gericht - und war vom Urteil offenbar überrascht.

München - An der Hackerbrücke abfahrende Oktoberfestbesucher sowie Reisende, die viele Minuten in einer S-Bahn verweilen mussten, erinnern sich vielleicht noch an Samstagabend, 30. September, des vergangenen Jahres. Kurz nach Mitternacht musste eine S-Bahn zwangsgebremst werden, weil sich „Personen im Gleis“ befanden. Mitarbeiter der Deutsche Bahn Sicherheit und Beamte der Bundespolizei griffen im Gleisbereich vor dem Hauptbahnhof einen alkoholisierten 20-Jährigen auf.

Der mit 2,18 Promille Alkoholisierte konnte sich am 17. Mai vor dem Amtsgericht Augsburg an Einzelheiten dieser Phase seines „Wiesnbesuchs“ nicht mehr erinnern. Kein Wunder! Im Polizeibericht stand unter anderem: erhebliche Anzeichen einer Alkoholisierung - Motorik und Gestik auffallend langsam, die Sprache verwaschen bis lallend. Er wusste aber noch von einem Anruf seiner Freunde. Da befand er sich im Gleisbereich – sie fragten wo er sei, denn er hätte doch die Tickets für alle einstecken.

Für sein Verhalten entschuldigte sich der reuige junge Mann, dem die ganze Angelegenheit, die vor Gericht erörtert wurde, peinlich war. In der notgebremsten S-Bahn wurde glücklicherweise niemand verletzt. Die Streckensperrung dauerte rund 25 Minuten. Vor Gericht stand dann die Frage im Vordergrund, ob für den damals 20-Jährigen Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht angewandt werden sollte. 

Der Angeklagte wirkte vom Urteil überrascht

Die Staatsanwaltschaft erkannte bei dem Industrieelektriker kein jugendtypisches Verhalten und forderte eine Verurteilung zu einer Geldstrafte in Höhe von 50 Tagessätzen à 55 Euro (Gesamtstrafenforderung 2.750 €). Doch das Gericht hatte ein Einsehen und folgte der Argumentation der Jugendgerichtshilfe.

Das Verfahren gegen den geständigen Sünder wurde gegen eine Geldauflage in Höhe von 800 € zugunsten der Brücke e.v. Augsburg, eingestellt. Der Schwabe, von der Forderung der Staatsanwaltschaft sichtbar überrascht, nahm das Urteil postwendend an, womit es sofort rechtskräftig wurde.

Ob auf den jungen Mann noch zivilrechtliche Forderungen der Deutsche Bahn AG zukommen ist nicht bekannt.

Für die Münchner Bundespolizei ist dieses Urteil, nach eigenen Angaben, einmal mehr ein Beleg dafür, dass „Gleisläufer“ für ihr Tun auch strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Da sich zur Oktoberfestzeit auch zahlreiche, zum Teil stark alkoholisierte Personen in der zwangsgebremsten S-Bahn befanden, grenzte es fast an ein Wunder, dass niemand in der S-Bahn verletzt wurde.

Die wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Ludwigsvorstadt – mein Viertel“.

Über Verspätungen im Münchner S-Bahn-Verkehr halten wir Sie außerdem im News-Ticker auf dem Laufenden.

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