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Janette mit ihrem grünen Gepäckstück vor einer Reise.

“Ich will nur den Inhalt zurück“

Sie lebte 14 Jahre aus diesem Koffer, dann wurde er ihr geklaut - was den Verlust so tragisch macht

Als Reiseleiterin leistet sich Janette Emerich keine Wohnung, sie lebt aus dem Koffer - bis dieser vor wenigen Wochen am Münchner Bahnhof geklaut wird. Nun hofft sie auf einen Dieb mit Herz.

München - Janette Emerich (33) ist sicher nicht die Erste, der am Hauptbahnhof ein Koffer geklaut wurde. Aber für die Allgäuerin ist der Diebstahl nicht nur ärgerlich – sondern eine Katastrophe: „Ich habe mein halbes Leben verloren“, sagt die 33-Jährige verzweifelt. Keine Übertreibung – denn fast alles, was die junge Frau besitzt, befindet sich in diesem grünen Koffer!

Ein Leben aus dem Koffer. Selten trifft diese Redensart mehr zu als bei Janette. Seit 14 Jahren hat sie keine eigene Wohnung mehr. Zum einen, weil sie sich die teuren Mieten nicht leisten will. Zum anderen, weil sie beruflich ständig auf Achse ist. „Ich bin Reiseleiterin und stets unterwegs. Ich biete Wohmobil-Touren an.“ Unter anderem durch Süd- und Mittelamerika. „Eine Wohnung würde sich für mich nicht lohnen.“

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Daher schleppt sie die wichtigsten Sachen immer mit – darunter auch Fotos von ihrem verstorbenen Papa. So auch an diesem verhängnisvollen Freitag, dem 17. August: „Ich habe eine Freundin in Trudering besucht und wollte abends mit dem Zug nach Bamberg zu meiner Mama fahren.“ Um ihr Gepäck nicht mitschleppen zu müssen, sperrt sie ihren 30 Kilo schweren, grünen Hartschalenkoffer (Marke Hauptstadtkoffer) gegen 8 Uhr morgens in der Bahnhofshalle ein. In ein Schließfach. „Es war die Nummer 1030. Ich habe es fotografiert, damit ich es wiederfinde.“ 

Ein Pärchen lenkt Janette ab - ob sie was damit zu tun haben?

Gerade als sie abgeschlossen hat, fragt ein Pärchen Janette, ob sie Geld wechseln könne. „Ich glaube nicht, dass das Pärchen etwas damit zu tun hat, aber ich war kurz abgelenkt.“ Sie lässt den Schlüssel stecken!

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Auf dem Rückweg bemerkt sie ihren Fehler. Als sie gegen kurz vor 16 Uhr am Schließfach ankommt, ist es verschlossen. Noch mal Glück gehabt – denkt Janette. Als ein Bahnangestellter für sie das Fach öffnet, „waren da fremde Sachen drin!“ Janette beginnt panisch den Bahnhof abzusuchen. Fehlanzeige. Auch zum Fundbüro eilt sie – kein Koffer. 

In dem Koffer waren Bilder ihres verstorbenen Vaters

Janette Emerich bittet per E-Mail (janette.emerich@gmail.com) um Hinweise über den Verbleib ihres Koffers. Hinweise nimmt auch die tz-Redaktion unter Telefon 089/5306-522 entgegen.

„Ich habe Anzeige gegen Unbekannt erstattet.“ Aber auch die Videos der Überwachungskameras brachten nichts – „eine war kaputt, die anderen zeigen in die falsche Richtung.“ Zu dumm!

Die 33-Jährige hat nun Flyer am Hauptbahnhof aufgehängt. „Alle meine Daten und Bilder waren in dem Koffer auf einer Festplatte. Die Fotos von meinen verstorbenen Papa sind die einzigen, die ich von ihm habe.“ Ihr Reisetagebuch – Erinnerungen der letzten Jahre – futsch! 

Wie auch ihre Spiegelreflexkamera. Es ist der ideelle Wert, den ihr niemand ersetzen kann. Nur derjenige, der den Koffer an sich genommen hat. „Ich stelle keine Fragen, ich will nur den Inhalt zurück.“ 3000 Euro Finderlohn verspricht die Reiseleiterin demjenigen, der ihr diesen Wunsch erfüllt. 

Hoffentlich zeigt hier jemand Herz… 

D. Schmitt

So packen Sie ihren Koffer richtig:

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