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Wandschmuck oder politisches Statement? Bei der haushohen Waffen-Vase an der Paul-Heyse-Straße lässt sich das – wie bei vielen Escif-Werken – schwer trennen.

Explosives Wandgemälde

Spanischer Künstler verziert Fassade im Bahnhofsviertel

München - „Durch die Blume gesagt“ – so heißt das Gemälde des spanischen Street Art-Künstlers Escif, das seit Montagabend auf einer Wand an der Paul-Heyse-Straße 20 prangt.

Der Künstler aus Valencia gehört zu den renommiertesten Vertretern der Szene: Seine jüngste größere Arbeit präsentierte er vergangenes Jahr in Dismaland, der düsteren Parodie auf einen Vergnügungspark, die der britische Street Art-Künstler Banksy im Südwesten Englands geschaffen hat.

Dass Escif nun München mit einem seiner Werke schmückt, hat der gut vernetzte Sebastian Pohl vom Kunstverein Positive Propaganda organisiert, der schon Street Art-Stars wie Shepard Fairey und Blu nach München geholt hat. Drei Jahre lang liefen laut Pohl die Gespräche mit Escif; im August kam der Künstler dann zur Themensuche in die Landeshauptstadt. Denn was der Spanier in seinen Wandgemälden festhält, ist immer auch Reflexion über den jeweiligen Ort. Bei einer Stadtführung seien Escif zunächst vor allem die vielen Blumen im Zentrum aufgefallen, erzählt Pohl. Im Laufe seines Besuchs erfuhr der Künstler dann, dass sowohl der Waffenproduzent Krauss-Maffei Wegmann als auch EADS, der zweitgrößte Rüstungsproduzent Europas, ihren Hauptsitz in München haben. Beide Beobachtungen integrierte er in seinem von Hand gemalten Wandbild: Maschinengewehre, Eurofighter, Handgranaten und Panzer in Blau zieren die Vase – als handele es sich um ein harmloses Zwiebelmuster.

Das Gebäude, in dem sich unter anderem eine Beratungsstelle des Referats für Gesundheit und Umwelt befindet, gehört der Stadt. Das Projekt wird vom Kulturreferat gefördert.

Katharina Mutz

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