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Eine Trasse entlang der bestehenden Bahnlinie von der Braunauer Eisenbahnbrücke bis zur Theresienhöhe und Ganghofer Straße könnte gebaut werden. 

Rund um Planungen für Regionalhalt Poccistrasse

Spektakuläres Projekt: Kommt eine Radl-Autobahn von der Isarvorstadt bis nach Giesing?

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Eine Vision könnte wahr werden: Die Bahn steht einer Rad-Hochtrasse von der Isarvorstadt bis nach Giesing entlang der bestehenden Gleise offen gegenüber. Hintergrund der Gespräche zwischen Bahn und Politikern sind die Pläne zum Regionalhalt an der Poccistraße. Diese werden konkreter.

München - Bis 2026, so der Plan der Deutschen Bahn, soll der Regionalbahnhof Poccistraße kommen. In einem „sehr konstruktiven“ Gespräch tauschten sich vier Bahnplaner und Mitglieder des Bezirksausschusses Ludwigs-/Isarvorstadt, darunter Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher, intensiv aus. Künftig werden an der Poccistraße die Züge nach Mühldorf, Rosenheim und Wasserburg halten, teilweise im Halbstunden-Takt. Der nächste Stopp ist am Ostbahnhof. Somit entsteht für den Münchner Osten eine schnelle Verbindung nach Sendling, zum neuen Volkstheater und auch zur Theresienwiese.

Derzeit befindet sich das Projekt in der Vorplanung, verschiedene Varianten werden geprüft. Ab 2020 soll die Entwurfsplanung beginnen, ab 2024 der Bau, 2026 sollen dann Züge fahren. Übereinstimmung herrscht beim Zugang zum neuen Regionalhalt. Einer soll direkt zur Seite des Kreisverwaltungsreferats an der Ruppertstraße und zum U-Bahnhof Poccistraße entstehen.

Bleibt die Poccistraße weiter ein U-Bahnhof?

Unklar ist aber noch, ob die Poccistraße überhaupt ein U-Bahnhof bleibt. Denn hier gibt es statische Probleme. Bis 2035 oder 2040 ist zudem der Bau der neuen U-Bahn-Linie 9 geplant. Dann könnte eine Zusammenlegung der Bahnhöfe Pocci- und Implerstraße nördlich der Bahntrassen und ebenfalls mit guter Anbindung an den Regionalbahnhof kommen. Priorisiert ist der Ausgang hin zur Ruppertstraße auch mit Blick auf die Theaterbesucher, die neue Berufsschule und das Kulturzentrum am ehemaligen Südbahnhof und die zukünftigen Bewohner des Viehhofs.

Auch interessant: Weichen für Mega-Bahnhof an der Poccistraße gestellt

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Oktoberfest. „Wir haben auf die großen Besucherströme und Sicherheitsmaßnahmen eigens hingewiesen“, berichtet Paul Bickelbacher von den Gesprächen. Ideal wäre ein Abgang auf der südöstlichen Lindwurmstraße, damit die vielen Gäste weiter zur Festwiese ziehen können.

Fahrrad-Autobahn: Mit dem Radl immer geradeaus zur Wiesn

Für ein weiteres Wunschprojekt der grünen Stadtratsfraktion hatten die Bahnvertreter durchaus offene Ohren: Eine durchgängige Trasse für Fußgänger und Radler entlang der bestehenden Bahnlinie von der Braunauer Eisenbahnbrücke über das Viehhofgelände und den Regionalbahnhof bis zur Theresienhöhe und Ganghofer Straße (siehe auch Grafik). „Die nötige Breite der Bahntrassen ist schon heute gegeben“, erklärt Bickelbacher, für den dieses Projekt ein echter Herzenswunsch ist. Einige Brücken sind bereits vorhanden, an manchen Stellen stehen noch die Widerlager, also Brückenpfeiler, sodass eine zweispurige Trasse leicht baubar wäre.

Für die Auf- und Abgänge, wie am Viehhoftheater oder für das Dreimühlenviertel, bräuchte man entsprechende Rampen. Der Regionalbahnhof könnte so bequem direkt mit erschlossen werden. Die Münchner würden dann ab etwa 2026 in luftiger Höhe radeln und lustwandeln können. Kioske, Sonnenbänke mit Blick auf die Isar und die Wiesn, romantische Sommersonnenunter- und -aufgänge und gar ein Extrasteg bis zum soeben eröffneten Partyboot „Alte Utting“ sind denkbar.

Mit das Beste daran: Der Autoverkehr könnte unten ungehindert von den Radfahrern fließen. Genau das, hoffen die Grünen, müsste auch die CSU für das visionäre Projekt einnehmen. Bisher fordern die Schwarzen regelmäßig freie Fahrt für Autos.

Radl-Hochtrasse: Nächstes Gespräch im Frühsommer 2019

Auch der immer wieder beantragte Fuß- und Radfahrer-Übergang über die Braunauer Eisenbahnbrücke könnte im Rahmen der neuen Trasse endlich Realität werden. Für die Isarvorstädter käme so ein direkter, spektakulärer Weg in die Au, zum Schyrenbad, Rosengarten und nach Giesing hinzu. Und alles, ohne einen neuen Steg wie den geplanten Klenzesteg bauen zu müssen.

Die Öffnung und der aufwändige Umbau der Braunauer Eisenbahnbrücke ist seit Jahrzehnten vom Bezirksausschuss beantragt, passiert ist bisher überhaupt nichts. Besonders an Wochenenden quert manch entnervter Anwohner hier einfach unerlaubt neben der Bahntrasse.

Wie gehen die Planungen weiter? Auch die Deutsche Bahn, die nun in die Vorkonzeption geht, will nach eigenem Bekunden weiter eine enge Zusammenarbeit mit dem Bezirksausschuss. Ein nächstes Gespräch soll im Frühsommer 2019 stattfinden. Auf Anregung der Lokalpolitiker sehr gerne auch direkt mit Vertretern des Bezirksausschusses aus Sendling, das auch unmittelbar an den Poccistraße-Bahnhof angrenzt.

In der Zwischenzeit sind aktuelle Informationen zum gesamten Bahnknoten München im Internet unter www.bahnausbau-muenchen.de einzusehen.

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