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Uneinigkeit über Sanierung

Paul-Heyse-Unterführung: Stillstand am Schandfleck

München - Die Paul-Heyse-Unterführung zwischen Arnulf- und Bayerstraße braucht dringen diene Sanierung. Entsprechende Anträge wurden im Stadtrat bereits gestellt. Doch die Bahn sieht das anders.

Kaputte Fliesen, Taubendreck, schummriges Licht: Die Paul-Heyse-Unterführung ist nach Meinung der Stadtrats-SPD einer der hässlichsten Orte dieser Stadt.

Diese Meinung hat die SPD gewiss nicht exklusiv. Viele Bürger empfinden den Tunnel als Schandfleck. Im Mai 2015 hatten die Sozialdemokraten beantragt, die Stadtverwaltung solle gegenüber der Deutschen Bahn AG auf eine grundlegende Sanierung hinwirken. Ziel sei eine umfassende Modernisierung und ein attraktives Erscheinungsbild. Zusätzlich forderte die Rathaus-SPD das Baureferat auf, den Reinigungsturnus zu verbessern. Die CSU hatte kürzlich einen ähnlich lautenden Antrag gestellt.

Mittlerweile hat die SPD von der Bahn eine Antwort erhalten, die aus Sicht der Fraktion alles andere als zufriedenstellend ist. Dem Schreiben der DB Netz AG sei zu entnehmen, dass die Eisenbahnunterführung derzeit „voll die Ansprüche für den abzuwickelnden Eisenbahnverkehr“ erfülle.

Zu dem Umstand, dass der Tunnel insbesondere für Fahrradfahrer und Fußgänger eine Zumutung darstelle, findet sich nach Bekunden der SPD kein Wort. Es heiße lediglich, „Planungen für Fugensanierungen und weitere Sanierungsarbeiten in den nächsten Jahren“ seien geplant, und die Stadt wolle – so der Kenntnisstand der Bahn – die Straßenbeleuchtung erneuern. Einziger konkreter Lichtblick: Das Baureferat will seinen Reinigungsturnus überprüfen.

Für den stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Hans Dieter Kaplan ist die Antwort der Bahn „ein Witz“. Man wolle sich nicht mit einer achtzeiligen Antwort abspeisen lassen. Die Sache sei dringlich, so Kaplan. Deshalb will die SPD jetzt die Stadtspitze schriftlich bitten, sich der Sache selbst anzunehmen. Kaplan: „Die Vorstellung, dass ein moderner und attraktiver Hauptbahnhof in München gebaut wird, nebenan aber Radler und Fußgänger auch weiterhin durch den scheußlichen Paul-Heyse-Tunnel geschickt werden, ist abstrus.“

Klaus Vick 

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