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Nach Sturmtief „Friederike“ strandeten viele Reisende am Hauptbahnhof.

Platz für bis zu 1000 Leute

Viele Gestrandete am Hauptbahnhof - Bahn stellt Aufenthaltszug bereit

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Manch Reisender konnte seine Reise am Donnerstagabend nicht mehr fortsetzen. Für Gestrandete stellte die Bahn am Hauptbahnhof einen Aufenthaltszug zur Verfügung.

Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt - Als die Bahn am Donnerstagnachmittag den kompletten Fernverkehr einstellte, war klar: Da kommt auch was auf München zu! Und so war es dann auch: Hunderte gestrandete Fahrgäste aus aller Herren Länder irrten durch den Hauptbahnhof, suchten nach Anschlusszügen und Menschen, die ihnen Auskunft geben konnten. Die Bahn tat, was sie konnte, stellte Mitarbeiter auf die Bahnsteige. Die waren sofort von Menschentrauben umringt. „Wann geht mein Zug?“, „Wie komme ich jetzt nach…“ – das waren die Standardfragen. Hurtig versuchten die Bahnangestellten, auf Handys und Computern Verbindungen zu finden – oft mit wenig Erfolg. 

Deutschlandweit hat Sturmtief „Friederike“ schwere Schäden angerichtet.

Über die aktuellsten Entwicklungen halten wir Sie in unserem News-Ticker auf dem Laufenden.

Andere Reisende versuchten ihr Glück am Infoschalter und stellten sich geduldig in die zwischenzeitlich rund 100 Meter lange Warteschlange. Wieder andere gingen zu den Taxiständen, wo die Fahrer wohl das Geschäft des Jahres machten. Für den einen oder anderen sprang eine lukrative Fernfahrt heraus. Vor allem Geschäftsleute versuchten per Taxi, noch am Abend die Stadt ihres nächsten Termins am Freitagvormittag zu erreichen.

Reisende, die sich in ihr Schicksal fügten, nahmen dankend das Angebot wahr, das ihnen die Bahn machte: Sie stellte auf Gleis 23 einen Aufenthaltszug bereit. Der bot bis zu 1000 Gestrandeten Platz, außerdem wurden die Reisenden dort mit Essen und Trinken versorgt. Bei Bedarf sollte ein zweiter Zug für die Nacht auf dem Nachbargleis he­rangeschafft werden. 

So reagierten Gestrandete

Volles Risiko

Das mit dem Wetter war ja vorhersehbar. Ich hätte stornieren können, aber dachte, ich probier’s einfach mal. Heute morgen bin ich in Hamburg losgefahren und muss wieder zurück. Das Zimmer, das mir angeboten wurde, habe ich ausgeschlagen, hier bin ich näher dran, wenn’s dann weitergeht. 

Andreas Haack, 49, Hamburg


Aus dem Krankenhaus

Ich komme mit meiner Tochter aus Garmisch-Partenkirchen, wo ich sie aus dem Krankenhaus abgeholt habe. Jetzt sind wir hier wahrscheinlich bis morgen gestrandet. Ich denk’ mir: Man kann’s nicht ändern und das Angebot mit dem Ruhezug hier finde ich gut – besser, als in der Kälte zu stehen. 

Yvonne Eck, 41, Oberschönau


Bahn hat keine Schuld

Meine Frau und ich sind gerade von Kitzbühel nach Berlin unterwegs und stecken jetzt hier fest. Gut finden wir das natürlich nicht, aber für das Wetterchaos kann ja keiner was. Es geht vielleicht erst morgen früh weiter, leider gibt es keine genaueren Informationen.

Kurt Brosius, 81, Berlin


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