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Unter den Augen der Bavaria soll es ein Sonnwendfeuer geben. Unsere Montage zeigt, wie das aussehen könnte.

Rauch an der Festwiese

Sonnwendfeuer auf der Theresienwiese: Ist das ein guter Plan?

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Dem Einen wird’s warm ums Herz – und bei den Anderen erhitzt’s die Gemüter! Im nächsten Jahr soll es auf der Theresienwiese ein zehn Meter hohes Sonnwendfeuer geben. Eine Premiere, die auf Kritik stößt.

München - Ein Sonnwendfeuer auf der Theresienwiese. Das ist seit vier Jahren die Vision von Markus Becker und Nick Scharifzadek. Bisher scheiterten sie am Nein des Bezirksausschusses. Doch die beiden Truderinger Burschen ließen nicht locker. Jetzt wurde ihr Feuer bewilligt. Der zuständige Bezirksausschuss (BA) Ludwigs-/Isarvorstadt hat, wenn auch mit sehr knapper Mehrheit, zugestimmt. 

Wann soll das Sonnwendfeuer stattfinden?

Stattfinden soll das Sonnwendfeuer schon am Wochenende vor dem 21. Juni. Der 21. Juni ist der längste Tag des Jahres und markiert den Sommeranfang, an dem traditionell in ganz Bayern Sonnwendfeuer entzündet werden.

Man will das traditionelle nächtliche Spektakel zumindest einmal ausprobieren. „Wir wollen sehen, wie das abläuft und bei den Anwohner ankommt“, sagte Florian Florack (CSU). Vom Erfolg sind die Veranstalter überzeugt: „In Trudering, wo wie seit vielen Jahren ein Sonnwendfeuer mitorganisieren, kommen mittlerweile 4000 Besucher“, erklärte Nick Scharifzadek. „Und das Beste daran: Es kommen Jung und Alt, Neuzugezogene und Alteingesessene. Genau das wollen wir. Bayerische Traditionen pflegen und mit vielen unterschiedlichen Menschen am Feuer feiern.“ 

Es gibt aber auch Kritik am Sonnwendfeuer

Mehrere Bedenken bleiben trotzdem: Viele Lokalpolitiker wollen grundsätzlich zusätzliche kommerzielle und laute Veranstaltungen auf der Theresienwiese vermeiden. Einige sorgen sich um die Rauch- und Schadstoffemissionen. „So ein Johannisfeuer gehört aufs Land und nicht in die Stadt“, sagte BA-Chef Alexander Miklósy, wurde aber am Ende überstimmt. Auch der benachbarte Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe hat das Sonnwendfeuer erneut abgelehnt. Allerdings hat dieser Bezirk kein Entscheidungs-, sondern nur ein Anhörungsrecht.

„Dass der Bezirksausschuss zustimmt, ist schon ein gutes Signal für die Veranstaltung“, sagte Gabriele Papke vom Referat für Arbeit und Wirtschaft. Eine Zustimmung seitens der Stadt scheint also möglich. „Wir sind hier zuständig und werden nun die Einzelheiten für die endgültige Bewilligung prüfen.“

Das Konzept für die Veranstaltung hat sich über die Jahre mehrfach verändert. Die Organisatoren sind dabei den Wünschen des Bezirksausschusses entgegengekommen. 2016 hatte der Bezirksausschusses (BA) Ludwigs-/Isarvorstadt das Sonnwendfeuer übrigens abgelehnt.

 Es soll kein eingezäuntes Gelände mit Eintritts geben, sondern einen frei zugänglichen Feuerplatz. Auch eine größere Tanzveranstaltung mit vielen Trachtlern ist nicht mehr geplant. Leisere Blasmusik soll es nun sein. Rund um das Feuer will man Verkaufsstände, vorwiegend für Getränke, aufbauen.

„Wir sind ganz überrascht, dass es nun eine Zustimmung gibt“, sagt Scharifzadek. „Es ist wirklich super, wenn wir diese Tradition auf die Theresienwiese bringen dürfen.“ Die Afrikatage sind vom Sonnwendfeuer nicht betroffen. Für beide Veranstaltungen sei ausreichend Platz, hieß es im BA.

Von Bettina Ulrichs

Sonnwendfeuer auf der Theresienwiese: Was halten die Anwohner von der Sache? 

Wir finden, dass der Platz zum reinen Event-Gelände verkommt und seinen traditionellen Charakter verliert. Die Feste laufen aus dem Ruder, zwischen März und Dezember herrscht Totalbespielung. Die Bezirksausschüsse kritisieren das, aber die Stadt verdient dran.

Beatrix und Andreas Kolitsch (64), Pensionisten


Das ist mal was Anderes, was Neues und interessant. Wir haben als alte Münchner in der Stadt noch nie ein Sonnwendfeuer erlebt. Wenn es stattfindet, werden wir auf jeden Fall mal vorbeischauen. Wir müssen ja nur über die Straße gehen, dann sind wir da. Erika (73) und Sebastian Kapser (79), Rentner.

Wir schauen sicher vorbei.

Ich mag jegliche Veranstaltungen auf der Theresienwiese, und mit einem halbjährigen Kind ist man ohnehin nicht mehr flexibel. Weil ich in der Schwanthaler­straße wohne, genieße ich das bunte Treiben. Und eine Sonnwendfeier geht ja nicht tagelang…
Helene Paesler (34), Verkaufsleiterin

Ich mag’s bunt

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