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Kein schöner Platz: Autos parken vor der Paulskirche nahe der Theresienwiese.

Verschönerung in der Ludwigsvorstadt

Rund um St. Paul soll es schöner werden

München - Im Rahmen der sogenannten „Platzoffensive“ soll der St.-Pauls-Platz nahe der Theresienwiese neu gestaltet werden. Das Areal könnte bald einheitlicher gestaltet sein, das Gotteshaus an der Theresienwiese soll sichtbarer gemacht werden. 

An allen vier Platzseiten rund um die 1892 bis 1906 erbaute, neugotische Kirche gibt es Defizite, die die Aufenthaltsqualität stark beeinträchtigen. Die Kritik: Der Platz ist unübersichtlich, die Kirche teilweise schlecht sichtbar. Es gibt nur sehr kleine und unattraktive Vorbereiche an den Kircheneingängen, viele Flächen werden als Stellplätze und Zufahrten genutzt, dazu kommt Durchgangs- und Parksuchverkehr. Nun gehen die Planungen unter erneuter Bürgerbeteiligung in die entscheidende zweite Phase.

Insgesamt soll der St.-Pauls-Platz laut dem Planungsreferat wieder als einheitliches Gefüge erkennbar werden und die Kirche besser zur Geltung kommen. Man will Bezüge zur historischen Situation herstellen. Schwierig werden sicher die Lenkung und Reduzierung des Verkehrs sowie der Erhalt des prägenden Baumbestands. Die bisherigen Überlegungen im Einzelnen: An der Südseite, wo ein kleiner Park besteht, könnte eine transparentere grüne Ruhezone entstehen. Auch das Südportal der Kirche könnte womöglich wieder eröffnet werden. Nahe den U-Bahnausgängen an der Ostseite seien Imbissstände denkbar. An die Nordseite, an den Eingängen der Kirche, könnte ein schönerer Vorplatz kommen. Auch weitere Zugänge zu den dortigen Schulen sind denkbar.

Ganz neu könnte die Westseite mit dem Hauptportal der Kirche, das momentan renoviert wird und eingerüstet ist, künftig erscheinen. Hier gibt es Entwürfe, die Fahrbahn zu verschmälern, dafür die Gehwege zu verbreitern und an der prominenten Stelle einen schönen Platz zu schaffen.

Bei Neugestaltungen von Plätzen und anderen öffentlichen Räumen werden schon lange neben den Bezirksausschüssen auch die Bürger vor Beginn der Entwurfsgestaltung eingebunden. Der Bauausschuss hatte schon im April 2013 die Neugestaltung mehrerer bedeutender Plätze beschlossen. Neu ist hierbei ein Verfahren, bei dem die Bürger bei der Meinungsbildung stärker visuell mit vorläufigen Konzepten unterstützt werden. „Dadurch können die Potenziale, die ein Ort zur Aufwertung bietet, besser dargestellt werden – andererseits beugt das neue Verfahren unrealistische Erwartungshaltungen vor“, so Dagmar Rümenapf, Pressesprecherin des Baureferats.

Nach der großen Zustimmung in den jeweiligen Bürgerbeteiligungsverfahren von 2013 durfte das Baureferat die Planungen für die Neugestaltung der drei Plätze St.-Pauls-Platz, Willibaldplatz (Laim) und Siegestor (Schwabing) aufnehmen. Die Ergebnisse für den St.-Pauls-Platz liegen nun nach endgültiger Prüfung verkehrsplanerische Aspekte bald vor und können im Bezirksausschuss diskutiert werden. In seiner nächsten Sitzung am 23. Februar will der BA 2 deshalb sowohl einen Vertreter des Planungsreferats als auch des Baureferats zu dem Thema einladen.

„Eine Bürgerversammlung zur Platzgestaltung kann schon in den kommenden Monaten stattfinden“, sagt der BA-Vorsitzende Alexander Miklosy (Rosa Liste). „Besonders wichtig ist es, die Aufenthaltsqualität am Hauptportal der Kirche zu verbessern.“ In der letzten BA-Sitzung wurde das Thema schon kontrovers diskutiert. Allerdings ging es eher um den Nebenschauplatz Begrünung. Florian Florack (CSU) will die Kirche besser sichtbar machen und das zu viele Grün stutzen. „Genuss besteht auch darin, dass mal was zuwächst“, meint dagegen die Grüne Umwelt- und Baumschutzbeauftrage Silvia Haas. Am Ende der BA- und Bürgerbeteiligung werden die Ergebnisse aller Verfahren dann dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt.

B. Ulrichs

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