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Einen vielfältigen Nutzungsmix kann sich die Stadt auf der Brache am Viehhof in der Isarvorstadt vorstellen.

Wohnen neben dem Volkstheater

Neue Nutzung des Viehhof-Geländes: So sehen die Pläne aus

München - Wie soll es weitergehen mit dem ehemaligen Viehhof-Gelände? Damit hat sich eine städtischen Studie beschäftigt. Neben dem Volkstheater hätten auch Wohnungen Platz. Aber was ist mit dem Open-Air-Kino und dem Biergarten?

Viehhandel gibt es auf dem größtenteils brachliegenden 71.000 Quadratmeter großen Areal im Schlachthofviertel schon länger nicht mehr. 2006 fand der letzte Münchner Pferdemarkt statt. Die einstigen Tierrampen sind verwaist. Derzeit befinden sich noch 38 Gewerbebetriebe auf dem Gelände, die ihrer Arbeit in zwei größeren Hallen nachgehen. Hauptnutzer sind etwa die Metzgerei Gassner und die Münchner Suppenküche. In dem denkmalgeschützten Gebäude im Südteil des Karrees sind Flüchtlinge untergebracht. Während der Sommermonate betreibt der Kulturveranstalter Hartmut Senkel ein Open-Air-Kino und einen Biergarten.

Zum ersten Mal gibt es Details zur Zukunft des Viehhofs

Das ist der Status Quo auf dem Viehhof. Nun wurde erstmals ein detailliertes Zukunftskonzept vorgestellt. Kommunalreferent Axel Markwardt, SPD, sprach am Dienstag von einem „sehr interessanten Entwicklungsgebiet mit großen Chancen“. Zumal die Stadt selbst Grundstückseigentümer ist. Das berge Potenzial sowohl für die Entwicklung von gefördertem Wohnungsbau als auch von Gewerbe. Markwardt sowie Susanne Ritter vom Planungsreferat betonten, es handle sich bisher nur um ein Grobkonzept, das variabel und prozesshaft realisiert werden könnte. Der Stadtrat soll sich noch vor der Sommerpause mit dem Thema befassen und einen Eckdatenbeschluss fassen.

Der Zeitplan fürs Volkstheater ist ehrgeizig

Klar ist bislang nur so viel: Bis zum Jahr 2020 soll das Volkstheater auf dem Viehhof-Gelände eine neue Heimat finden. 10.000 Quadratmeter sind nach Bekunden der Stadt dafür reserviert. Der Zeitplan für das Projekt gilt als ambitioniert, zudem hat der Stadtrat bekräftigt, sich nicht auf ein Finanzabenteuer einzulassen. Einen exakten Kostenplan gibt es bislang nicht. Bisher war grob geschätzt von 115 Millionen Euro die Rede. Das Grundsatzproblem: Der Mietvertrag für das Volkstheater am derzeitigen Standort an der Brienner Straße läuft Ende 2020 aus. Daher der Zeitdruck. Erst wenn der erste Spatenstich für das Volkstheater erfolgt, müssten Open-Air-Kino und Biergarten weichen. Senkels Vertrag läuft auf alle Fälle noch diesen Sommer – mit einer Option auf weitere zwei Jahre.

Auch eine Grünfläche soll dabei sein

Neben dem Münchner Volkstheater (MVT) soll auch genügend Platz für Wohnen und Gewerbe sein. Im südlichen Teil ist eine 18 500 Quadratmeter große Grünfläche vorgesehen. Auch dort, wo einst die Viehrampen waren, ist Grün geplant. Dazu kommen auch Fuß- und Radwegeverbindungen sowie zwei Kitas.

Gemäß dem Gesamtkonzept, das vom Büro Albert Speer & Partner im Auftrag der Stadt ausgearbeitet wurde, bliebe neben dem Volkstheater noch genügend Platz für Wohnen und Gewerbe. Stadtdirektorin Susanne Ritter sprach in einer ersten Schätzung von 417 Wohneinheiten in vier- bis fünfstöckigen Gebäuden, zwei Kindertagesstätten und 16.500 Quadratmeter Platz für Gewerbeflächen. Das wäre sogar weitaus mehr als die jetzigen 10.300 Quadratmeter. Auch öffentliches Grün soll nicht zu kurz kommen: Zur Bahnlinie hin wären demnach 18.500 Quadratmeter Freifläche vorgesehen, inklusive eines Habitats für Eidechsen, die auf dem Gelände heimisch sind. An der Bahnlinie ist eine Lärmschutzwand vor der denkmalgeschütztenMauer geplant.

Ein "Potpourri an Nutzungen" - aber kein Platz fürs Kino

Ritter jedenfalls hält am Viehhof ein „Potpourri an Nutzungen“ für möglich. Also auch eine Koexistenz von Wohnen und Gewerbebetrieben, was manche aufgrund der Lärm- oder Geruchsemissionen eher kritisch beurteilen. Ritter sagte indes in Anspielung auf den Wohnungsdruck: „Solche Transformationsflächen gibt es nicht allzu viele in München.“

Während die Gewerbetreibenden also eine Zukunft haben sollen, sieht es um das Open-Air-Kino schlecht aus – obwohl eine Petition den Erhalt des Kulturbetriebs am Viehhof fordert. Allerdings waren Kino und Biergarten von Beginn an als Zwischennutzung vorgesehen. Kommunalreferent Markwardt erklärte am Dienstag: „Solange die Bagger für das Volkstheater nicht anrollen, kann der Betrieb weitergehen.“ Vermutlich also nur noch bis 2017 oder 2018.

Klaus Vick

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