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Hunderttausende werden an der Paul-Heyse-Straße auf dem Weg zur Wiesn vorbeigehen – und Escifs Kunstwerk mit Panzern und Waffen darauf sehen .

Neues Gemälde Nahe der Wiesn

Das sagt Josef Schmid zu den Panzern an der Hauswand

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München - Auf den ersten Blick zeigt das neue Wandgemälde nahe der Theresienwiese etwas Schönes und Harmloses. Doch dahinter steckt mehr. Das sagt Joseph Schmid dazu.

Noch haben das riesige neue Wandbild in der Paul-Heyse-Straße 20 nur wenige Tausende gesehen, doch das wird sich rapide ändern – spätestens, wenn in drei Wochen die Wiesn losgeht und Hunderttausende auf dem Weg zur Theresienwiese dran vorbeigehen. Es zeigt eine gigantische Blumenvase im chinesischen Ming-Stil mit Blumen darin. Ein wahres Idyll? Von wegen! Das hat Schock-Potenzial, gerade in Zeiten des Terrors.

Das weiß-blaue Vasen­dekor zeigt keine Natur, sondern Panzer, Handgranaten, Waffen, Kampfflieger. Seit Montag schmückt das Werk das städtische Gebäude, in dem ein sozialpsychiatrischer Dienst angeboten wird. Gleich daneben befindet sich ein Hotel.

Wie kommt es zu diesem Wandbild? Es ist ein Kunstprojekt der Stadt, das Bürgermeister Josef Schmid (CSU) initiiert hat. Titel: „Durch die Blume gesagt“. Der spanische Künstler Escif hat es geschaffen, Fotos von ihm existieren nicht, wie durchaus in der Street-Art-Szene üblich. Fest steht: Escif spielt in der obersten Liga mit, dort, wo etwa Banksy angesiedelt ist.

Sebastian Pohl vom Kunstverein Positive Propaganda sagt der tz: „Escif hatte sich in München umgeschaut und die vielen Blumen in der Innenstadt gesehen – aber dass es ein paar Straßen weiter nicht so geschleckt ist wie etwa auf dem Marienplatz.“ So entdeckte Escif im Bahnhofsviertel die typischen Billigläden, in denen etwa chinesische Vasen verkauft werden. Weitere Eindrücke, die zum Motiv führten: ein Gespräch mit einem somalischen Flüchtling in München, der sagte, dass er hier sei, weil der Krieg in seiner Heimat mit europäischen Waffen geführt werde. Dazu kam Escif beim Krauss-Maffei-Werk in Allach vorbei, wo Panzer für den Nahen Osten hergestellt werden …

Josef Schmid betont, dass er den Künstlern keine Vorschriften mache. „Und ich finde es gut, wenn man mit Kunst gesellschaftliche Diskussionen provoziert.“ Mal schauen, was die Wiesngänger meinen.

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