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Glasfaser für München: In fünf Jahren sollen 70 Prozent der Haushalte einen Anschluss haben.

Immer mehr Glasfaseranschlüsse

So kommen Sie in München zu schnellem Internet

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München - Schnelles Internet ist in einigen Gegenden Münchens noch ein Fremdwort. Doch das soll sich bald ändern. Es wird Stück für Stück ausgebaut.

Das Internet ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Daten sollen immer schneller fließen. Dazu braucht’s ein entsprechendes Netz. Im Gespräch verrät die M-net-Geschäftsführerin Simone Büber-Monath, wann, wo und wie wir schneller surfen.

Wie hat sich die Telekommunikationsbranche in den letzten Jahren verändert?

Simone Büber-Monath: Kaum ein anderer Bereich unseres gesellschaftlichen Lebens hat sich in den letzten Jahren so rasant verändert wie die Kommunikation. Das Smartphone ist unser ständiger Begleiter, WLAN zu Hause ist so wichtig wie Warmwasser, wir shoppen online und streamen Spielfilme und Serien aus dem Netz. Das alles wäre nicht möglich, wenn die Telekommunikationsbranche nicht massiv in die stetige Modernisierung der Netze investieren würde. Internet­anbieter müssen ihren Kunden immer schnellere Anschlüsse anbieten. Dabei bewegen sich alle Wettbewerber in einem hart umkämpften und investitionsintensiven Markt. M-net ist hier aber sehr gut aufgestellt.

Was hat sich in München getan? Wie steht die Stadt im Vergleich zu anderen Metropolen da?

Büber-Monath: Gemeinsam mit unserem Hauptgesellschafter, den Stadtwerken München SWM, bauen wir seit 2010 ein flächendeckendes Glasfasernetz in München. Bisher haben wir die Stadtteile innerhalb des Mittleren Rings erschlossen, seit diesem Jahr geht es außerhalb des Rings weiter. Unser Ziel ist es, für rund 70 Prozent aller Münchner Haushalte bis 2021 einen direkten Zugang zum Glasfasernetz zu ermöglichen. Im Vergleich zu anderen Metropolen steht München glänzend da. Der hiesige Glasfaserausbau wurde sogar schon als europäisches Leuchtturmprojekt bezeichnet.

Was sind die Vorteile des Glasfasernetzes?

Büber-Monath: Reine Glasfasernetze, in denen die Glasfaserkabel bis in die einzelnen Gebäudekeller und Wohnungen hinein verlegt werden, sind durch die zugrunde liegende Physik allen anderen Ausbauvarianten überlegen: In Glasfasern werden Daten per Lichtsignal übertragen. Das geht rasend schnell und über weite Strecken nahezu verlustfrei. Ganz anders sieht das bei kupferbasierten Netzen, also den klassischen DSL-Anschlüssen, aus. Da ist bei einer Bandbreite von maximal 16 Megabit pro Sekunde Schluss. Über Glasfaser bieten wir heute schon Anschlüsse mit 300 Megabit pro Sekunde an – und in Zukunft noch viel mehr. Das Potenzial von Glasfasernetzen ist nahezu unbegrenzt. Genau deshalb gelten sie als zukunftssicher.

Bringt es dem privaten Verbraucher etwas, wenn er auf Glasfaser wechselt? Oder ist das nur sinnvoll für Geschäftskunden?

So sieht es derzeit aus.

Büber-Monath: Glasfaser-Internetanschlüsse sind schnell und stabil. Privatkunden profitieren davon ganz besonders, weil der Bandbreitenbedarf normaler Haushalte seit Jahren rasant wächst. Das liegt an den vielen Möglichkeiten, die das Internet heute bietet. Shoppen, Spielen, Lernen, Arbeiten – all das passiert heute hauptsächlich online. Am meisten Bandbreite „schlucken“ aber Video-on-demand-Dienste, also Plattformen wie zum Beispiel YouTube, Maxdome oder Netflix. Wenn dann auch noch mehrere Personen im Haus denselben Anschluss benutzen, ist bereits heute nur ein hochleistungsfähiger Anschluss diesem Bedarf gewachsen. Entscheidend ist meiner Ansicht nach aber auch die gesteigerte Erwartungshaltung. In den Anfangszeiten des Internets war es normal, wenn sich Webseiten nur schrittweise aufbauten oder Downloads mehrere Minuten dauerten. Heute nicht mehr. Der Verbraucher erwartet, dass das alles in Sekundenschnelle geht – alles andere ist unbefriedigend.

Ist die Nutzung von Glasfaser teurer als das bisherige Netz? Steigen die monatlichen Gebühren?

Büber-Monath: Nein, ein Glasfaseranschluss ist faktisch nicht teurer als ein herkömmlicher DSL- oder Kabelanschluss. Das Preis-Leistungs-Verhältnis spricht definitiv für einen Glasfaser-Internetanschluss.

Welchen Anforderungen müssen Sie sich beim Ausbau des Glasfasernetzes stellen?

Büber-Monath: Der Münchner Glasfaserausbau ist ein ambitioniertes Projekt. Gerade in einem dicht besiedelten Gebiet gibt es eine Vielzahl von Dingen, die es zu beachten gilt. Angefangen bei den Baugenehmigungen, der Suche nach passenden Räumen für die technischen Komponenten bis hin zur Kommunikation mit den Hausbesitzern und Mietern. Inzwischen können die Projektverantwortlichen auf eine jahrelange Erfahrung zurückgreifen, was diese Themen angeht. Diese Erfahrungen fließen regelmäßig in die weitere Optimierung unserer Ausbauaktivitäten ein. Ein Fokus liegt hier auf den Anwohnern. Sie sollen ein Minimum an Beeinträchtigungen erfahren.

Was sehen Sie für M-net als die größten Herausforderungen fürs Jahr 2017?

Büber-Monath: 2016 waren wir Sieger im renommierten Festnetztest der Fachzeitschrift connect. Das wollen wir auch 2017 wieder sein. Außerdem möchten wir als kleiner David die Marktführerschaft vom großen Goliath – der Deutschen Telekom – in München übernehmen.

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