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„Ich bin ein Kind der 80er“, sagt Gründer Michael Struck (44), der die „Ruby Lilly“-Bar nach seinen Vorstellungen eingerichtet hat.

"Ruby Lilly" am Stiglmaierplatz

Auf einen Kir Royal zum Monaco Franze

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Die „Ruby Lilly“-Bar huldigt den 80er-Jahren und der Schickeria – mit Zauberwürfel, Röhrenfernseher und Champagnerflaschen-Leuchter. 

Nahe dem Stiglmaierplatz leben die 80er-Jahre wieder auf. An der Dachauer Straße 37, einem mächtigen schwarzen Gebäude mit verspiegelter Front, leuchtet Passanten seit Kurzem aus dem Erdgeschoss der Schriftzug „Schickeria“ entgegen. Die neue Bar „Ruby Lilly“ huldigt dem München-Bild, das Regisseur Helmut Dietl vor mehr als 30 Jahren in den Köpfen der Menschen manifestiert hat: eine Bussi-Bussi-Stadt, in der der Champagner in Strömen fließt und windige Journalisten auf wilden Partys tanzen. 

 Monaco Franze in Endlosschleife

„Wir wollten das nicht zu ernst nehmen, denn ,Schickeria‘ ist ja ein ambivalenter Begriff“, sagt Chef Michael Struck (44). Die Umsetzung sieht so aus: Von der Decke hängt ein Leuchter aus goldenen Champagnerflaschen. In einem Regal sind Musikkassetten, Barbiepuppen und Zauberwürfel arrangiert. Am Eingang steht eine Skulptur aus Röhrenfernsehern, über deren Bildschirme die Dietl-Serie „Monaco Franze“ in Endlosschleife flimmert. Ansonsten: viel Schwarz, viel Messing und jede Menge Spiegel. 

Für das Interieur zeichnet der Chef persönlich verantwortlich. „Ich bin ein Kind der 80er“, sagt Michael Struck. „Monaco Franze und Baby Schimmerlos sind meine Helden.“ Ein charmanter Frauenheld und ein schampussaufender Klatschreporter – zwei Charaktere, die für viele das München jener Zeit verkörpern. 

Die Röhrenfernseher-Skulptur am Eingang zeigt die Serie „Monaco Franze“ in Endlosschleife.

Ruby Lillys: Hotelbar soll Einheimische anlocken

Nach einer Figur aus „Monaco Franze“ ist denn auch die Bar benannt: Lilly – diese kurvige Brünette (Michaela May), die der Serienheld (Helmut Fischer) im Fasching anschmachtet. Und wer ist „Ruby“? So heißt die Hotelkette, die Michael Struck 2013 gegründet hat. Die „Ruby Lilly“-Bar gehört zum gleichnamigen Hotel und ist streng genommen eine Hotelbar. Sie soll aber eigenständig funktionieren und auch Einheimische anlocken. 

Struck sagt: „Hotels sind oft Fremdkörper in einer Stadt. So soll die Ruby Lilly nicht sein, sondern ein Teil des Viertels.“ Struck spricht von dem Haus wie von einem Individuum – und betont denn auch: „Jedes Ruby-Hotel hat seine eigene Persönlichkeit.“ Das „Ruby Sofie“ in Wien etwa befindet sich in den historischen Sofiensälen, wo schon Franz Liszt und Johann Strauss Konzerte spielten. In der dortigen Hotelbar findet man Geigen an der Wand und Kronleuchter an der Decke. 

Das Konterfei des Monaco Franze alias Helmut Fischer hängt vor den Aufzügtüren.

Die Hotels funktionieren nach dem „Lean Luxury“-Prinzip, erklärt Struck, sie bieten „verschlankten Luxus“. Soll heißen: zentrale Lage, hochwertige Ausstattung, aber kleinere, kompakte Zimmer. Das Bad etwa ist in den Raum integriert – die gläserne Dusche gleich neben dem Bett. Es gibt keinen Zimmerservice, dafür die schicke Bar, die für die Gäste rund um die Uhr geöffnet hat – und wo sie im besten Fall auf Einheimische treffen.

Kultdrink "Kir Royal" zum stolzen Preis

Darf es noch ein Kir Royal“ sein? Natürlich wird in der „Ruby Lilly“-Bar auch der Kultdrink – Schaumwein mit Crème de Cassis – serviert. Stolze 15,50 Euro muss der Gast dafür hinblättern. Einen „Hugo“ gibt es für 7 Euro. Ein kleiner Luxus bleibt den Hotelgästen vorbehalten: der spektakuläre Blick aus den Zimmern – vom Stiglmaierplatz bis zum Olympiapark. 

Die „Ruby Lilly“-Bar an der Dachauer Straße 37 hat Montag bis Freitag von 6.30 bis 4 Uhr geöffnet, am Wochenende von 7 bis 4 Uhr. Reservierungen per E-Mail: lilly@ruby-hotels.com.

Helmut Dietl: Szenen aus seinem Leben

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